Der Dreizylinder wird populär

Ford wird nach eigenen Angaben als erster Hersteller einen Dreizylindermotor in die Mittelklasse bringen - in den Mondeo. (Foto: Ford)

Der Dreizylindermotor kommt derzeit groß in Mode. Bis dato vor allem als kostengünstiger Antrieb für Kleinwagen wie den Smart, den Toyota Aygo oder den VW up eingesetzt, wird er zusehends auch in größeren Fahrzeugen salonfähig.

"Die Vorteile bei Gewicht und CO2-Ausstoß sind so gravierend, dass es sich lohnt, die alt hergebrachte Ordnung über den Haufen zu werfen und sich vom klassischen Zylinderzählen zu verabschieden", sagt BMW-Entwicklerin Heidelinde Holzer. Leistung und Drehmoment der Dreizylinder hätten längst ein Niveau erreicht, das man bisher vom Vier- oder Sechszylinder kennt.

BMW setzt einen Dreizylinder zum Beispiel im Hybrid-Sportwagen i8 ein. Vor diesem Hintergrund seien solche Motoren in Kombination mit einer geeigneten Form der Hybridisierung auch in der Oberklasse denkbar, sagt Prof. Stefan Pischinger vom Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen.

Losgetreten hat die Entwicklung US-Hersteller Ford mit seinen EcoBoost-Motoren, zu denen auch ein Dreizylinder mit nur einem Liter Hubraum zählt. Anfangs nur in Kleinwagen eingesetzt, gibt es den Motor mit bis zu 92 kW (125 PS) mittlerweile auch im Ford Focus, einem Wagen der Kompaktklasse. Und der kleine Motor erobert bald auch die Mittelklasse: Ford wird die Neuauflage des Mondeo mit einem Aggregat mit drei Brennkammern anbieten.

Auch bei BMW drängen solche Motoren in immer mehr Klassen: Den Anfang machte in diesem Frühjahr der Mini. Im Herbst wird auch im neuen 2er Active Tourer ein Dreizylinder seine Arbeit verrichten, der dort aus 1,5 Litern Hubraum 100 kW (136 PS) schöpft.

Auch andere Hersteller kommen auf den Geschmack: VW hat für den überarbeiteten Polo gerade eine Familie neuer Dreizylinder-Benziner und -Diesel aufgelegt. Und der Golf wird nach Auskunft von Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer bald ebenfalls mit einem Dreizylinder zu bekommen sein. Peugeot kocht im 308 schon heute auf drei Flammen. Bei Mercedes räumt man dem Motorprinzip laut Baureihenleiter Jörg Prigl mittelfristig auch in der Frontantriebsfamilie rund um A- und B-Klasse eine Chance ein.

Reduzierte Reibung, weniger Gewicht, geringere Kosten und zugleich immer mehr Motorkraft - das mache Dreizylinder zu Motoren mit großer Zukunft, sagt Pischinger: "Sie entwickeln sich zum Mainstream und werden zum Standardantrieb in der Kompakt- und Mittelklasse."


dpa-Magazin / mag
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