Die richtigen Werkzeuge und Handgriffe

Flickwerkzeug gehört bei jeder Radtour ins Gepäck. Beim Zusammenstellen der Ausrüstung gibt es einiges zu beachten, wie René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) erklärt.

"Erst sollte man am Fahrrad nachsehen und ausprobieren, welche Schraubenschlüssel in welcher Größe benötigt werden, um die Laufräder auszubauen". Und wichtig: die Luftpumpe nicht vergessen. Bei der Wahl des Flickzeugs empfiehlt der Fachmann den Klassiker: ein kleines Kästchen, das Flicken in verschiedenen Größen, eine Tube mit Vulkanisierlösung, zwei Reifenheber aus Plastik und Schleifpapier enthält. Von selbstklebenden Flicken rät Filippek ab: "Die halten meist nicht dauerhaft." Gleiches gelte für Pannensprays und für Spezialschläuche mit Dichtmittel-Füllung.Ist die Luft raus aus dem Reifen, sollte das betroffene Laufrad zum Flicken ausgebaut werden. Nur in Ausnahmen rät Filippek vom Ausbau ab. Um an den defekten Schlauch heranzukommen, muss eine Seite des Mantels mit den Reifenhebern aus dem Flickzeug-Set von der Felge gehebelt werden. "Dafür niemals einen Schraubendreher oder andere Metallgegenstände benutzen", warnt Filippek.

Beim Schlauchflicken ist es wichtig, die schadhafte Stelle zunächst zu säubern und mit dem Schleifpapier anzurauen. "Anschließend etwas Vulkanisierflüssigkeit im Bereich des Lochs auf einer Fläche, die der Flickengröße entspricht, auftragen, mit der Kappe der Tube gleichmäßig verstreichen und mindestens fünf Minuten warten, bis sie angetrocknet ist", erläutert Filippek. Sobald die Lösung ihren feuchten Glanz verloren hat, kann die Aluminiumfolie von der Unterseite des Flickens abgezogen und dieser aufgesetzt werden.

Nach rund zwei Minuten ist die Vulkanisierung abgeschlossen, bei der sich das Schlauchgummi durch einen chemischen Prozess mit dem Flicken verbindet. "Die durchsichtige Folie erst ganz zum Schluss vom Flicken abziehen. Dabei zeigt sich, ob er hält", rät Filippek. Wenn in den reparierten Schlauch etwas Luft gepumpt wird, lässt er sich leichter unter den Mantel zurückstecken, ohne sich zu verdrehen.

Damit es gar nicht erst zu einer Reifenpanne kommt, empfiehlt Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad (pd-f) pannensichere Reifen. "Sie sind etwas teurer als herkömmliche Reifen und haben eine verstärkte Lauffläche, die zum Beispiel eine Reißzwecke nicht durchstoßen kann." Das etwas höhere Gewicht dürfte wohl nur sportlich ambitionierte Fahrer stören.

Literatur: Ulf Hoffmann: Das Fahrradbuch - Kauf, Technik, Wartung, Reparaturen. E-Bikes und Pedelecs. 19,90 Euro, ISBN 978-3-86851-043-0.

dpa-Magazin / mag
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