Dokumente vereinfachen die Abwicklung

Wenn im Ausland ein Unfall passiert, sollte grundsätzlich die Polizei hinzugezogen werden. (Foto: ADAC/dpa/mag)

Kracht es bei der Autofahrt im Ausland, gilt es einen besonders kühlen Kopf zu bewahren. Zum Beispiel sollten voreilige Schuldeingeständnisse vermieden werden.

Diese Zugeständnisse hätten in Deutschland vor Gericht zwar keine Gültigkeit, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). "Im Ausland aber kann das unter Umständen anders sein." Deshalb sollten Fahrer nach dem Crash auch keine Dokumente voreilig unterschreiben. "Denn grundsätzlich gilt immer die Rechtsprechung des Landes, in dem der Unfall passiert", erklärt Volker Lempp Auto Club Europa (ACE).Einzige Ausnahme: Stoßen etwa in Italien oder Holland zwei Autofahrer aus Deutschland zusammen, können sie die Schadensregulierung nach deutschem Recht abhandeln. Für alle anderen Fälle empfiehlt Lempp einen lokalen, deutschsprachigen Anwalt zu besorgen. Den Kontakt stelle die eigene Rechtsschutzversicherung her.

Der Regulierungsbeauftragte der Versicherung des Unfallgegners wird dagegen bei einer speziellen Hotline in Erfahrung gebracht, dem Zentralruf der Autoversicherer. Doch auch wenn dieser gefunden ist, kann es im Einzelfall ziemlich lange dauern, bis Geld von der Haftpflicht des Unfallgegners fließt - mehr als drei Monate dürfen es nach einer EU-Vorschrift aber nicht sein.

Damit es schneller geht, sollte man nur mit einem guten Kaskoschutz ins Ausland fahren, rät Lempp. Die Versicherung zahlt dann erstmal für Reparaturen und gleicht das später selbst mit der Haftpflicht aus. Steigende Kasko-Beiträge muss der Halter dabei nicht fürchten.

Auf den Papierkram nach Unfällen im Ausland können sich Autofahrer auch vorbereiten. Bianca Boss vom BdV rät, bei Auslandsfahrten unbedingt die Grüne Versicherungskarte dabei zu haben. Bei Unfällen vereinfacht das Dokument die Schadensregulierung. Die Karte wird von den Kfz-Versicherern ausgestellt und dient als Nachweis für eine gültige Haftpflichtversicherung.

Ein zweites wichtiges Dokument ist der sogenannte Europäische Unfallbericht, ein Formular zur Aufnahme von Daten am Unfallort, das in allen EU-Mitgliedsländern ähnlich gestaltet ist. Und noch ein Tipp: "Lassen sie den Unfall auf jeden Fall von der Polizei aufnehmen und machen sie Fotos", rät Boss. Das sei vor allem bei Sprachbarrieren wichtig.


dpa-Magazin / mag
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden