Motorradtouren in der Gruppe müssen gut geplant werden

In der Gruppe fahren Biker am besten etwas versetzt - dann haben alle freie Sicht auf die Straße. (Foto: Rolf Schultes)

Allein oder zu zweit sind spontane Fahrten ins Blaue für Motorradfahrer kein Problem. Gruppenfahrten brauchen dagegen etwas mehr Planung, denn dann gelten für die Teilnehmer besondere Regeln.

  • Vor dem Start: Alle Teilnehmer einer Gruppenfahrt sollten wissen, wohin die Reise geht. "Am besten verständigen sie sich schon ein paar Tage im Vorfeld oder auch bei einem gemeinsamen Frühstück vor der Abfahrt über Route und Zwischenziele", rät Achim Kuschefski vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz). Der Tourguide, der die Truppe bis zum Ziel anführt, sollte ein routinierter Fahrer sein, der ein flüssiges Tempo vorgibt und die Strecke genau kennt.
  • Die Route: Thomas Caasmann, Motorradexperte bei der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ), warnt vor Gewalttouren. "Erfahrene Fahrer können in der Gruppe bei optimalem Wetter pro Tag um die 700 Kilometer Autobahn oder 400 Kilometer Landstraße bewältigen." Auf kleinen kurvenreichen Straßen seien 250 Kilometer das Maximum. Bei Überlandtouren sollten Städte möglichst umfahren werden - so bleibt die Gruppe leichter zusammen.
  • Die richtige Reihenfolge: Der Gruppenführer fährt immer voran und wird nicht überholt. Dahinter schließen sich am besten im Wechsel geübte und weniger gute Fahrer an. "So können sich die schwächeren Teilnehmer von ihrem Vordermann noch etwas abschauen und dazulernen", erklärt Kuschefski. Die Maschinen mit den stärksten Motoren und besten Fahrern gehören nach hinten. Fünf Motorräder im Verbund sind optimal, mehr als acht sollten es nie sein.
  • Abstand halten: Auch wenn alle Fahrer dicke Freunde sind, sollten sie bei Gruppentouren auf Distanz gehen. "Zu dichtes Auffahren führt sehr schnell zu Unfällen", mahnt Kuschefski. Er rät, mit ausreichend Abstand versetzt zum Vordermann zu fahren. Zu zweit nebeneinander auf einer Spur zu fahren, ist verboten.
  • Locker bleiben: Das Reisetempo muss für alle entspannt sein, auch für die schwächeren Fahrer. "In der Gruppe ist es besonders wichtig, defensiv zu fahren", betont Caasmann.
  • Zeichen setzen: Frühzeitiges Blinken vor dem Abbiegen und sanftes Bremsen sind laut Kuschefski für alle in der Gruppe Pflicht. "Sonst kann es passieren, dass die hinteren Fahrer unnötig hart in die Eisen gehen müssen." Vereinbarte Sonderzeichen helfen, um unterwegs auf Probleme hinzuweisen. So könnte ein Fingerzeig auf die eigene Maschine bedeuten: "Tank fast leer" oder "Technikproblem". "Auf Schlaglöcher oder andere Hindernisse auf der Straße deutet man besser mit dem Fuß hin", rät Kuschefski. "In solchen Gefahrensituationen müssen beide Hände am Lenker bleiben."
  • Essen, trinken, tanken: Bei einem Tankstopp sollten immer alle Tourteilnehmer Sprit nachfüllen. Das Gleiche gilt für Verpflegungspausen. Denn: "Flüssigkeits- und Nährstoffmangel kann zu einem körperlichen Leistungsabfall und Konzentrationsschwächen führen, was beim Motorradfahren natürlich gefährlich ist", erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln.
  • Pasta statt Pommes: Das Gehirn braucht Kohlenhydrate, um auf Trab zu bleiben. Beim Mittagessen sind Motorradtourer daher am besten mit Pasta, Risotto oder Püree mit etwas Geflügelfleisch und Gemüse bedient, sagt Froböse. Pizza, Pommes und andere fettige Speisen machen träge - der Körper brauche mehr als doppelt so lange, um sie zu verarbeiten.

dpa-Magazin / mag
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