Neue Extras für saubere Autos

Nie wieder an der Tankstelle putzen: Beim US-Van Honda Odyssey ist der Staubsauger fester Bestandteil des Fahrzeugs. (Foto: Honda)

Vom Kekskrümel bis zur Magensäure: Vor allem in Autos, in denen oft Kinder mitfahren, sieht die Rückbank schnell aus wie ein Schlachtfeld. Das bedeutet in der Regel umfangreiche Putzarbeiten. Viele Hersteller haben inzwischen aber Extras entwickelt, mit denen sich der Dreck schneller beseitigen lässt.

Den Renault Captur, eine eigenwillige Mischung aus Van und SUV, können Kunden zum Beispiel mit abnehmbaren Sitzbezügen ordern, die mit Reißverschlüssen auf den Polstern befestigt sind. "Sie lassen sich im Handumdrehen abziehen und bei 40 Grad in der Waschmaschine reinigen", erläutert Renault-Sprecher Thomas May-Englert.Es gibt aber auch andere Lösungen, die verhindern, dass der Alltag im neuen Wagen hässliche Spuren hinterlässt. In Opels Insignia zum Beispiel oder auch in einigen Modellen von Jeep gibt es eine spezielle Nano-Beschichtung für die Sitzbezüge. Sie wirkt schmutzabweisend, die Sitze sollen sich dadurch leichter reinigen lassen. Kaffee dringe nicht so schnell in die Polster ein, und Ketchup, der nach einem Stopp im Drive-in aus den Burgern tropfe, sei im Nu mit einem Papiertaschentuch wieder weggewischt, sagt ein Entwickler von Jeep.

Andere Wege im Kampf gegen den Dreck gehen etwa Skoda und Honda. Die tschechische VW-Tochter hat für ihr Mittelklassemodell Octavia einen Abfalleimer entwickelt, der in die vordere Türtasche passt. Denn wenn weniger Abfall im Auto herumliegt, sinkt das Verschmutzungsrisiko. Und Honda baut in den auf dem US-Markt angebotenen Van Odyssey als erster Hersteller einen Staubsauger ein.

Dieser ist unauffällig hinter der Seitenverkleidung des Kofferraums untergebracht und wird vom Bordnetz mit Strom versorgt. Autobesitzer können damit bis zu acht Minuten lang Kekskrümel oder Müslireste aus den Fußräumen oder auch von den Sitzen saugen, bevor der Schmutz in die Polster gerieben wird, so der japanische Hersteller. Bei längeren Putzaktionen muss der Motor laufen, damit die Starterbatterie nicht in die Knie geht.

Sicher kann man solch ein Bemühen um Reinlichkeit im positiven Sinne für pingelig und im negativen für albern halten. Doch Sauberkeit im Auto kann sich lohnen, betont Hans-Georg Marmit von der Sachverständigenvereinigung KÜS in Losheim am See. Spätestens, wenn man sich von einem Fahrzeug irgendwann einmal trennen wolle, mache sich das bezahlt: "Denn beim Wiederverkauf gibt es für Flecken auf den Sitzen genauso Abzüge wie für Kratzer oder Beulen im Blech."


dpa-Magazin / mag
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