Rätselraten im Schilderwald

Selbst wenn die Informationen auf Verkehrsschildern sich nicht immer derart widersprechen, so sind sie doch oft schwer verständlich. (Foto: Henning Kaiser)

Umleitungen nerven, keine Frage. Dabei sind es nicht nur die Umwege, die Stress bei Autofahrern verursachen. Auch unzählige Verkehrsschilder, die nur vorübergehend aufgestellt werden, sind allzu oft schwer verständlich.

Niemand kann mehr als drei Informationen auf einmal aufnehmen - so laute eine Grundregel beim Autofahren, sagt Detlev Lipphard vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. "Und trotzdem wird zu viel auf die Schilder gepackt."

Das sieht man auch beim Industrieverband Straßenausstattung (IVSt) mit Sitz in Hagen so. Insbesondere bei den sogenannten temporären Schildern bestehe Handlungsbedarf. Oft sei die Schrift zu klein und der Text zu umfangreich. Die Buchstaben stehen dicht nebeneinander und sind damit schlecht lesbar.

Thomas Muth, Leiter der Abteilung Verkehrssicherung beim IVSt sagt: "Autofahrer haben ja nur zwei bis drei Sekunden, um den Inhalt des Schildes zu verstehen. Und größere Schilder sind wenig sinnvoll, denn dann müssten Autofahrer ja noch mehr lesen." Umleitungen oder leicht geänderte Streckenführungen sollten besser auf mehreren Schildern dargestellt werden. Und auf jedem einzelnen sollten weniger Informationen stehen.

Sogenannte Piktogramme - Pfeile oder kleine Bilder - werden vom menschlichen Gehirn schneller verarbeitet als Schrift. Der Autofahrer kann den Blick schneller wieder auf den Verkehr lenken. Wenn Schrift unausweichlich ist, sollten pro Schild maximal vier Zeilen Text verwendet werden. Die Schrift sollte 140 Millimeter nicht unterschreiten. Es sei wünschenswert, dass die Verkehrsbehörden den Herstellern und Aufstellern bessere Vorgaben für die Schilder machen, sagt Thomas Muth.


dpa-Magazin / mag
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