Rekuperation hilft beim Spritsparen

In der Regel bedeutet Bremsen Energieverlust: Die dabei entstehende Wärme verpufft. Eine sogenannte Rekuperationsbremse versucht, diesen Verlust zu kompensieren, indem überschüssige Energie genutzt wird. Das senkt den Spritverbrauch.

"Prinzipiell bedeutet Rekuperation, dass Bewegungsenergie wieder in elektrische Energie umgewandelt wird", erläutert Arnulf Thiemel vom ADAC Technik Zentrum. Rollt ein Auto, kann ein Generator angetrieben werden, der Strom erzeugt. Die elektrische Energie wird dann in einer Batterie gespeichert. Bei herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor ist der betreffende Akku die Starterbatterie, die über die Lichtmaschine als Generator geladen wird. Allerdings brachte dieses Verfahren lange Zeit keine Effizienzsteigerung, erklärt Thiemel. Denn prinzipiell minimiere die Lichtmaschine die Motorkraft."Ein Generator kann unter Volllast fünf bis sieben PS Motorleistung schlucken", beziffert Thiemel den Effekt. Dadurch steige der Verbrauch. "Pro 100 Watt erzeugter elektrischer Leistung muss mit etwa 0,1 Liter Mehrverbrauch des Verbrennungsmotors gerechnet werden", heißt es in einem Bericht von "Gute Fahrt" (Ausgabe 3/11).

Doch es gibt Wege, die Lichtmaschine dennoch effizienzsteigernd einzusetzen. Dazu wird sie als Generator immer nur dann eingeschaltet, wenn der Fahrer ohnehin bremst oder im Schubbetrieb nur abrollt und damit die Motorbremse nutzt. Micro-Hybrid nennen Fachleute dieses Verfahren. Und dieser Kniff ist richtig was wert: "Je nach Fahrzyklus und der Anzahl der Verzögerungsphasen, kann der Spritverbrauch um fünf bis zehn Prozent gesenkt werden", sagt Manfred Crampen vom Institut für Kraftfahrzeuge an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen.

Richtig zum Zuge kommt Rekuperation aber erst in Hybrid- und Elektroautos. Thiemel zufolge kann die Technologie dort den Sprit- und Stromverbrauch sogar um bis zu 20 Prozent senken, vor allem im Stadtverkehr. Anders als bei Fahrzeugen, die ausschließlich mit Verbrennungsmotoren angetrieben werden, wird in diesen Fällen aber nicht die Starterbatterie geladen, sondern der Antriebsakku.


dpa-Magazin / mag
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