Tipps für den Autoimport aus den USA

Viele Importfahrzeuge aus den USA kommen am Autoterminal in Bremerhaven an. (Foto: Ingo Wagner/dpa/mag)

Verführerische Schnäppchen oder Mogelpackungen mit versteckten Kostenfallen? Viele Neuwagen sind in den USA deutlich billiger als hierzulande. Zu sehr sollte man sich davon aber nicht blenden lassen.

Ein Grund für die niedrigen Listenpreise ist die "sales tax", die zur US-Auszeichnung noch addiert werden muss. Je nach Bundesstaat sind das manchmal bis zu 10 Prozent des Nettopreises. Fällig wird die Kaufsteuer, weil das Fahrzeug vor dem Export kurz zugelassen werden muss, erklärt Jens Wilde, Betreiber der Webseite Importhelfer.de.Der Händler sollte mit Bedacht gewählt werden. Um später bei einem möglichen Streit über die Sachmängelgewährleistung bessere Karten zu haben, sind Autokäufer laut dem ADAC am besten mit einem behördlich registrierten "DMV Licensed Dealer" beraten. Bei der Garantie gibt es häufig Einschränkungen. Wichtige Unterlagen, die später noch benötigt werden, sind der Kaufvertrag, in dem die Fahrgestellnummer notiert sein sollte, und das "Certificate of Title", das für die Zulassung in Deutschland unerlässlich ist. Auch die US-Kennzeichen sollten vorgelegt werden können.

Für den Transport per Frachtschiff wenden sich Autokäufer am besten an eine Spedition. Gut 1000 Euro müssen allein für Verschiffung und Versicherung einkalkuliert werden. Einen weiteren Posten bilden Zollabgaben, von der Summe beider Posten werden laut dem ADAC zusätzlich 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fällig. Die komplizierten Formalitäten übernehmen in der Regel Speditionen, für die Überführung aus Hamburg oder Bremerhaven müssen sich Privatimporteure aber ein Kurzzeitkennzeichen besorgen.

Unumgängliche Umbauten

Vor der Nutzung eines US-Importwagens in Deutschland ist auch eine Einzelabnahme durch eine Prüforganisation notwendig, erklärt Philip Puls vom TÜV Süd. Fast immer werden Umbauten fällig. So müssen etwa die Nebelschlussleuchte nachgerüstet und die roten US-Blinker hinten gegen gelbe Richtungsanzeiger getauscht werden. Oft entsprechen laut dem ADAC-Fachmann Manfred Groß auch Reifen und Felgen nicht den europäischen Vorgaben. "Für die Umrüstung sollte mit einem Minimum von 2000 Euro kalkuliert werden", so Puls.

Liegt den Prüfstellen noch kein Datenblatt zu einem Fahrzeug vor, entstehen weitere Kosten: Ohne Musterfahrzeug in einer der Datenbanken werde es richtig teuer, betont Puls, Kosten von mehr als 5000 Euro sind keine Seltenheit. Wer sich immerhin den Papierkram sparen will, kann die Abwicklung des gesamten Imports für rund 1000 Euro Honorar auch einem Dienstleister überlassen - Kosten für ein Datenblatt oder die Umbauten sind dabei aber noch nicht enthalten.


dpa-Magazin / mag
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