Vom Nutzfahrzeug zum Familienauto

Preisbrecher: Der Dacia Lodgy ist mit einem Basispreis von 9990 Euro der günstigste Van auf dem deutschen Markt. (Foto: Dacia/dpa/mag)

Lange Zeit war das SUV das Trendfahrzeug schlechthin. Doch jetzt feiern Großraumlimousinen oder Vans ein Comeback: Viele Hersteller wollen in den nächsten Monaten neue Modelle auf den Markt bringen.

Häufig basieren die Familienautos auf Nutzfahrzeugen der gleichen Marke. "Was für Kisten und Kästen taugt, das lässt sich auch für Kind und Kegel nutzen", sagt Marktbeobachter Nick Margetts vom Analyseinstitut Jato Dynamics. In der Regel böten diese Autos mehr Stauraum als herkömmliche Vans, kosteten aber deutlich weniger.Opel etwa stellt seinen Vans Meriva und Zafira den neuen Combo zur Seite. Er basiert auf dem Fiat Doblò, kostet ab 17 650 Euro und bietet Platz für bis zu sieben Personen oder 3200 Liter Gepäck. An Motoren stehen ein 1,4 Liter großer Benziner mit 70 kW (95 PS), ein gleich großer Erdgas-Turbo mit 88 kW (120 PS) und vier Diesel zur Wahl, die eine Leistungsspanne von 66 kW (90 PS) bis 99 kW (135 PS) abdecken.

Den Spagat zwischen Lieferwagen und Familienkutsche versucht im Herbst auch Mercedes. Als Nachfolger des längst eingestellten Vaneo haben die Schwaben den Citan angekündigt. Das Auto wurde gemeinsam mit Renault entwickelt und ist streng genommen ein Kangoo mit Stern. Der in drei Längen zwischen 3,94 und 4,71 Meter lieferbare Wagen soll ein eigenständiges Design und eine höherwertige Ausstattung bekommen.

Dacia will in diesem Sommer beweisen, dass eine Großraumlimousine auch ohne Nähe zu einem Nutzfahrzeugmodell günstig sein kann. Unter dem Namen Lodgy bringt die rumänische Renault-Schwester den mit einem Basispreis von 9990 Euro auf dem deutschen Markt günstigsten Van. Es gibt ihn mit fünf oder sieben Sitzen und bis zu 2617 Litern Stauraum.

Wo der Lodgy eher schlicht gezeichnet und einfach möbliert ist, will Ford sich mit Innovationen an der Familienfront behaupten. Wenn im Herbst für mindestens 15 950 Euro der neue B-Max den Ford Fusion ablöst, wird der gut vier Meter lange Fünfsitzer der erste Van ohne Karosseriesäule zwischen den Schiebetüren hinten und den Klapptüren vorne sein. Fiat setzt beim 500L dagegen auf Retro-Chic. Dafür haben die Italiener den Kleinwagen 500 etwas angehoben und um einen halben Meter auf 4,14 Meter gestreckt. Für eine dritte Sitzreihe reicht das zwar nicht. Dafür bekommt der Wagen Türen am Fond und einen größeren Kofferraum (rund 400 Liter).

Ausgerechnet die französischen Autobauer, die einst in der Klasse der Vans den Ton angaben, können sich derzeit zu keinem klaren Kurs durchringen. Die Nachfolgeregelung für den Peugeot 807 und den Citroën C8 ist noch offen.


dpa-Magazin / mag
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