Von Erlebnisreisen bis Hütchenslalom

Ford bietet in Zusammenarbeit mit dem DVR Fahranfängern kostenlos Fahrtrainings an. (Foto: Ford)

Die mehrtägige Geländewagentour führt durch Botswana. Der Veranstalter verspricht "das wahre Afrika". Anbieter der Reise ist allerdings nicht ein Unternehmen aus der Tourismusbranche, sondern ein Autohersteller, der die mehrere Tausend Euro teure Unternehmung unter seinen Fahrtrainings aufführt.

Auch Mercedes zielt mitunter auf Globetrotter ab. Wer möchte, kann ab Stuttgart mit seiner eigenen G-Klasse eine Weltreise antreten. Der Hersteller verspricht einen sechswöchigen Trip über 18 000 Kilometer mit Ziel Hanoi in Vietnam - Übernachtungen in 5-Sterne-Hotels, Tempelbesichtigungen und Dschungelexpeditionen inklusive.

Willkommen seien alle Angebote, die einen Beitrag zur Fahrsicherheit leisten. Auch für Erlebnistrips möchte Bente diesen Effekt nicht grundsätzlich ausschließen. Aber es sei eher unwahrscheinlich, dass man Tricks, die man auf Offroad-Fahrten lerne, je wieder gebrauchen kann. Ähnliches gelte für Drifttrainings auf Eisseen am Polarkreis oder auf präparierten Parcours in den Alpen, mit denen die Hersteller das fahrerische Können der Kundschaft optimieren wollen.

Zu beachten gibt es auch Versicherungsfragen. So sind die gestellten Autos vollkaskoversichert, doch die Teilnehmer haften für Schäden - bei Audi bis zu einem Betrag von 5000 Euro, bei Porsche liegt der Selbstbehalt bei bis zu 10 000 Euro. Wer mit dem eigenen Auto teilnimmt, sollte vorher bei seiner Versicherung klären, inwiefern Schäden gedeckt sind, die bei Trainingsveranstaltungen entstehen.

Soll weniger das Erlebnis, sondern der Trainingseffekt für mehr Kontrolle im Straßenverkehr im Vordergrund stehen, genügen in aller Regel Basiskurse, deren Inhalte bei Folgekursen für Fortgeschrittene vertieft werden können. Das alles bieten auch Automobilclubs an. Dort lernt man Grundlegendes: von der richtigen Sitzeinstellung bis hin zur Gefahrenbremsung. "Wenn ich eine Grenzerfahrung gemacht habe, ist die Wahrscheinlichkeit höher, im Realverkehr in betreffenden Situationen richtig zu reagieren", so Bente.

Bei Trainings auf Rennstrecken wie dem Nürburgring oder dem Fuji Speedway in Japan setzen die Autohersteller oft aktive und ehemalige Renn- und Rallyefahrer als Instruktoren ein. Motorsportlich ambitionierte Teilnehmer können teils auch die A-Lizenz erwerben, die offizielle Einsteigerlizenz für die meisten nationalen Rennserien.

Einige Autobauer denken in ihren Fahrtrainingsprogrammen auch an Führerscheinneulinge. Mercedes betreibt nach eigenen Angaben als einziger Hersteller sogar eine eigene Fahrschule. Bei BMW kostet ein halbtägiges Kompakttraining wie bei Mercedes für junge Fahrer ab 95 Euro, bei Audi ein Aufbautraining bis zum Alter von 25 Jahren 290 Euro. Ein kostenloses Angebot hat Ford in Zusammenarbeit mit dem DVR unter der Überschrift "Vorfahrt für Deine Zukunft".


dpa-Magazin / mag
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