Was moderne Straßenbeläge ausmacht

Asphalt ist nicht gleich Asphalt: Mancher Straßenbelag schont nicht nur die Ohren, sondern auch die Umwelt. (Foto: Peer Grimm)

Straßenbelag ist kein graues Einerlei. Mit der richtigen Materialmischung kann er sogar geräuschdämpfend oder schmutzabweisend sein. Die Grundlage ist heutzutage im Wesentlichen noch immer Asphalt oder Beton.

Technisch und wirtschaftlich seien beide Bauweisen gleichwertig, sagt Hans-Georg Stutz, Vorstandsmitglied des Deutschen Straßen- und Tiefbaugewerbes. "Beton hat nur dann eine etwas längere Lebensdauer, wenn die Betonfugen turnusmäßig gewartet werden."Beim Asphalt ist wichtig, dass die Straßendecke geschlossen ist, erklärt Bernd Hinrichs, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Asphaltverbands (DAV). Dann vertrage Asphalt entgegen mancher Vorurteile auch strengen Frost. Ausbesserungen seien nur ein Problem, wenn bei großer Kälte zum Flicken Kaltasphalt verwendet werde. Der müsse dann im Sommer ersetzt werden, weil einige seiner Bestandteile keine Wärme vertragen - "und dann fliegt der raus, und das Schlagloch ist wieder da", so Hinrichs.

Auf vielen Autobahnen wird inzwischen sogenannter offenporiger Asphalt verwendet, auch OPA genannt. "Straßenlärm entsteht, weil Luft in den Profilrillen der Autoreifen zusammengepresst wird und entweicht", erklärt DAV-Sprecher Hinrichs. "Ab einem gewissen Tempo ist dieses Geräusch lauter als das der Motoren."

In Städten hingegen sei der gemeinhin auch Flüsterasphalt - eigentlich ein Markenname - genannte OPA nur bedingt sinnvoll. Er ist weniger kompakt und daher weniger belastbar. Und wenn Autos nur langsam über den OPA rollen, verstopfen mit der Zeit die für die Lärmreduzierung wichtigen Poren. Im Stadtverkehr sei deshalb ein lärmoptimierter Asphalt (LOA) besser.

Und die Luftverschmutzung? In Hamburg wird in einem Pilotprojekt seit einem halben Jahr erforscht, wie Straßenbelag mittels einer chemischen Reaktion die Umweltbelastung durch Stickoxide (NOx) aus Autoabgasen senken kann. "Schon bei geringer UV-Intensität, also leichtem Sonnenschein, konnte der Belag mehr als 50 Prozent der künstlich erzeugten NOx-Konzentration in Fahrbahnhöhe aus der Luft entfernen", berichtet Arndt Lüdeke vom Entwickler Eurovia.

Bei aller Innovation gilt laut Dirk Heuzeroth von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) das Hauptaugenmerk weiter den Autofahrern: Wenn ein umweltfreundlicher Straßenbelag Nachteile etwa bei der Griffigkeit habe oder die Verkehrssicherheit anderweitig einschränke, "dann ist das ein K.-o.-Kriterium".


dpa-Magazin / mag
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