Wenn nichts mehr rollt: Diese Fehler von Autofahrern sorgen oft für Staus

Nach vorne immer: Autofahrer denken nur selten an das, was hinter ihnen passiert. Dabei könnte mehr Umsicht manchen Stau entschärfen. (Foto: Martin Gerten)

Viele Autofahrer wissen gar nicht, welchen Einfluss auf den Verkehr sie haben. "Autofahrer denken nur nach vorne", sagt Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen. "Wer hinter sich einen Stau auslöst, bekommt das ja nicht mit", sagt der Professor für die Physik von Transport und Verkehr.

Folgende Fehler können Autofahrer vermeiden:

 • Zu dichtes Auffahren: "Autofahrer fühlen sich schnell benachteiligt und sind ständig damit beschäftigt, sich gegen andere zu wehren", sagt Schreckenberg. Als Konsequenz halten sie oft zu wenig Abstand zum Vordermann, "damit niemand dazwischen wechseln kann", wie er sagt. Dadurch verkleinert man den Spielraum und muss oft unverhofft scharf bremsen.

 • Lückenhüpfen: Dass Autofahrer durch häufige Spurwechsel gar nicht schneller vorankommen und andere dadurch zu unnötigem Bremsen zwingen, merken sie nicht. "Kolonnenwechsel sind einer der häufigsten Fehler", meint Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Dabei würden auf den Straßen oft sogenannte Phantomstaus entstehen. Staus scheinbar ohne Ursache und obwohl die Kapazität der Straße groß genug für das Verkehrsaufkommen sei.

 • Der Reißverschluss klemmt: Auch im Stadtverkehr ist die Ausnutzung des Verkehrsraums elementar, vor allem bei Spurschließungen. Dann ist das Reißverschlussverfahren vorgeschrieben. Doch ACE-Mann Hack weiß: "Der Reißverschluss klemmt fast immer." Viele Autofahrer würden das System gar nicht oder falsch verstehen und so zu früh auf die Nebenspur wechseln oder Wechsler blockieren.

 • Träumen am Steuer: Oft stören Autofahrer auch unabsichtlich. Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) warnt davor, bei Stau oder zähfließendem Verkehr unaufmerksam zu werden. "Man muss immer konzentriert bleiben", sagt er. Denn Träumer hinterm Steuer geraten leicht in Situationen, in denen sie plötzlich stark bremsen müssen. Wer im Stau abschaltet, erhöht zudem das Risiko von Folgeunfällen. "Das verlängert den Stau sowohl zeitlich als auch räumlich."

 • Die Kreuzung zusetzen: Staus im Stadtverkehr entstehen laut Hack vor allem an Ampeln. "Da fahren Autofahrer in die Kreuzung ein, obwohl sie nicht frei ist." Dadurch könne der Querverkehr nicht abfließen, und es entsteht ein Stau, obwohl nach der Kreuzung Platz wäre. "Das wird leider sehr selten von der Polizei kontrolliert und sanktioniert", klagt Hack. Für Autofahrer, die sich hier korrekt verhalten heißt es: stark sein. "Da wird oft gehupt und gedrängelt, aber davon darf man sich nicht einschüchtern lassen", so Hack. mag
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