Aufrecht plaudern statt faul fläzen: Sofas werden kleiner

Mit Spanngurten wirkt das Design von Sebastian Herkner in der Serie Unam sehr luftig. (Foto: Unam for Very Wood)

Klar, jeder hätte gerne eine 200-Quadratmeter-Wohnung. Aber für die meisten bleibt das ein Wunschtraum – Möbel und Menschen müssen mit weniger Platz auskommen. Da passt, dass der Trend bei den Sofas nun zu kleineren Modellen geht.

"Man sieht derzeit viele kleine, süße Sofas", berichtet der Branchenkenner Holger Klasen, Agent für italienische Designhersteller in Deutschland. Eine Firma, die sich komplett auf den Trend zu kleineren Polstermöbeln spezialisiert hat, ist Very Wood – ursprünglich ein Hersteller von Stühlen. Das Unternehmen hat seine Erfahrung in ein Programm von kleinen Zweisitzern einfließen lassen, den Settees. Diese Sitzmöbel entstanden im 18. Jahrhundert, die Damen am Hof sollten darauf mit ihren breiten Reifröcken Platz finden. Very Wood gab diesem Möbeltyp eine zeitgenössische Form.

Auch andere Hersteller erweitern ihr Sesselprogramm derzeit gerne um kleine Zweisitzer. Der Trend geht dabei zu Produkten mit schalenförmigen Sitzflächen. Mit ihren filigranen Beinen wirken diese Minisofas ein wenig nostalgisch.

Kleine Möbel sind ein Markt, der an Bedeutung gewinnt. In Großstädten leben immer mehr Bewohner in Single-Haushalten. Und der Wohnraum in den Städten ist knapp und teurer. Viele Menschen haben deshalb gar nicht den Platz, um sich mit üppigen Sofalandschaften auszustatten.

Die Möbel verändern zudem das Sitzverhalten. Der Nutzer kann darauf nicht mehr liegen, er sitzt aufrecht und ist aktiv. Ein schlanker Sofatyp ist nicht Rückzugsort, sondern der Platz, um Gespräche zu führen, am Laptop zu arbeiten oder die Zeitung zu lesen. mag
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