Baden ohne Enge: Die frei stehende Wanne planen

Eine frei stehende Badewanne braucht viel Platz. Der Raum sollte also mindestens zwei mal drei Meter groß sein. (Foto: VDS/Keramag)

So lässt es sich richtig entspannen: Ragt keine Wand gleich neben der Wanne empor, fühlt sich das Bad gleich weniger beengend an.

Das Wichtige an der frei stehenden Wanne ist das Raumgefühl. Das entsteht eben nur, wenn man locker drumherumgehen kann und genügend Abstand zur übrigen Einrichtung besteht. "Eine Standard-Badewanne ist 1,75 Meter lang und 75 bis 80 Zentimeter breit", erklärt die Innenarchitektin Ines Wrusch aus Hamburg. Um sie herum sollten mindestens 60 Zentimeter frei sein.

In einem Neubau ist die Planung einer frei stehenden Wanne kein großes Problem. Statik, Rohre und Leitungen können von vornherein angepasst werden. In einem bewohnten Haus sieht das schon anders aus. "Hier kann man zwar auch mit der Badewanne ins Schlafzimmer umziehen, aber das wird teuer", sagt Wrusch. Denn es ist ja nicht allein damit getan, sich eine Wanne auszusuchen und sie irgendwo aufzustellen.

Eine frei stehende Badewanne braucht auch frei stehende Armaturen. Und die Wasser- und Abwasserleitungen müssen im Boden zum neuen Standort verlegt werden. "Dazu ist immer ein Gefälle nötig", erklärt die Innenarchitektin. Außerdem muss der neue Standort nach unten hin abgedichtet werden, damit bei einem Rohrbruch oder Überschwemmung kein Wasser durch den Boden fließt. "Eine Lösung ist ein etwa 20 Zentimeter hohes Podest unter der Wanne, in dem Abdichtung und Rohre untergebracht werden", sagt Wrusch.

"Am besten ist die Badewanne immer noch im Bad aufgehoben", findet Maritta Goldmann, Inhaberin einer Badmanufaktur und stellvertretende Sprecherin von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern in Bonn. Dieser Raum wird tendenziell immer größer, Baden und Wohnen verschmelzen hier miteinander. "Oft wird ein Tischchen und ein Sessel zur Badewanne gestellt, damit Platz ist zum Reden, Lesen oder einfach zum Entspannen bei einem Glas Wein", sagt Goldmann.

Es gibt natürlich Badewannen in verschiedenen Formen und Farben. "Der Klassiker aus Stahl-Email ist sehr beliebt und wird auch in modernen Designs angeboten", berichtet Jens. J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung der Deutschen Sanitärwirtschaft in Bonn. Es gibt aber auch Wannen aus Sanitäracryl, Stein, Holz und sogar Beton. Besonders hochwertig sind Modelle aus Mineralharz, zum Beispiel Corian. "Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass die Wanne den Bedürfnissen der Bewohner entspricht", sagt Wischmann.

"Mit einer weißen Keramik in einer klassischen Form und den entsprechenden Armaturen kann man eigentlich nichts falsch machen", sagt Badeinrichterin Goldmann. Wer auf ein zeitloses, hochwertiges Ambiente Wert legt, sollte auf klare Formen und zurückhaltende Farben wie Naturtöne, Weiß, Creme oder Grau zurückgreifen. Das schafft eine ruhige Atmosphäre und kommt nicht so schnell aus der Mode. "Die fotorealistischen 3D-Bilder, die gute Badeinrichter ihren Kunden anbieten, vermitteln einen guten Eindruck, wie das Bad später aussehen wird und wie die frei stehende Wanne im Raum wirkt." mag
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