Baustoff Lehm schafft gesundes Raumklima

Wände mit Lehmputz sorgen für eine konstante Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. (Foto: Jens Büttner/dpa/mag)

Lehm ist ein uralter Baustoff, den immer mehr Menschen hierzulande wiederentdecken.

"Wände aus Lehm sorgen für eine konstante und gesunde Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Das schont die Schleimhäute der Anwohner und reduziert das Risiko für Erkältungskrankheiten", heißt es beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).Diese regulierende Eigenschaft - Lehm hält die relative Luftfeuchtigkeit bei durchschnittlich 50 Prozent - wird stärker, je dicker die Lehmschicht ist. "Aber auch Putzstärken von fünf Millimetern bringen bereits einen positiven Effekt", sagt Wolfram Walther, Inhaber einer lehmverarbeitenden Firma in Bad Lausick (Sachsen). Selbst kleine Lehmflächen verbesserten schon das Raumklima.

Oft entscheiden sich Menschen für das Bauen mit Lehm, wenn sie bereits Beschwerden oder Allergien haben. Denn Lehm besitzt die Fähigkeit, Rauch, Ausdünstungen und Schadstoffe zu absorbieren. Und er kommt ohne künstliche Zusatzstoffe aus. Bei fachgemäßer Verarbeitung ist Walther zufolge die Schimmelgefahr gering, weshalb sich der Putz auch für Bäder eigne.

Aufgetragen werden kann Lehminnenputz auf fast allen Untergründen, ob auf Gipskarton, Beton oder Kalkwänden. Allerdings ist gerade das Verputzen der Decke mit Lehm durchaus anspruchsvoll. "Außerdem braucht man fachliche Kenntnisse, um die Untergründe und deren Bedürfnisse zu kennen, damit das Ergebnis auch gut wird", erklärt Walther. Er rät Heimwerkern zu Fertigputzen. Zwar könnten Laien Lehm und Sand auch selbst mischen, das optimale Verhältnis zu finden, sei aber relativ schwierig.

Lehm hat allerdings auch einen Nachteil: Weil er nicht abbindet, ist er nicht ganz so hart wie herkömmlicher Putz. "Aber fachgerecht ausgeführter Lehmputz hat Oberflächenfestigkeiten, die mit herkömmlichen Kalkputzen vergleichbar sind", sagt Stephan Jörchel vom Dachverband Lehm in Weimar. Aber die Wände sollten behutsam genagelt oder gebohrt werden, um das Mineralgerüst des Materials nicht großflächig zu zerreißen. Bilder können ohne Probleme aufgehängt werden, für Regale, Hängeschränke müssten Unterkonstruktionen oder Installationshölzer verwendet werden.

Alternativen sind Lehmstreichputze oder Lehmstreichfarben. Sie haben zwar nicht den feuchtigkeitsregulierenden Effekt, sind aber schadstofffrei. Lehmstreichfarben halten auch auf Holz, mineralischen Putzen oder Tapete, erklärt Andreas Tietz, Inhaber eines Onlineshops für Lehmfarben aus Saalfeld. Sie besäßen außerdem den höchsten Grad an Lichtechtheit und vergilben nicht.

Weitere Informationen im Internet unter www.dachverband-lehm.de.

dpa-Magazin / mag
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