Bei der Materialauswahl auch auf Sicherheit achten

Unzählige Möglichkeiten: Raumteiler aus Glas sind im Wohnraum gängig und praktisch. (Foto: Bundesverband Flachglas/Schueco/dpa)

Elemente aus Glas im Wohnraum werden immer beliebter - aus naheliegenden Gründen. Sie sorgen für Durchblick, schaffen einen offenen Wohnraum und bringen Helligkeit in die Räume.

"Es geht dabei meist darum, Licht von den Fassaden in die Innenräume weiterzuleiten, manchmal gar von Raum zu Raum», erläutert Johannes Berschneider aus Pilsach (Bayern), Mitglied im Bund Deutscher Innenarchitekten. Er nennt ein Beispiel: Mit einem Oberlicht lasse sich Tageslicht sogar in begehbare Schränke leiten.Gerade aber Raumteiler aus Glas sind gängig. "Was heute oft gewünscht wird, ist die flexible Nutzung von Räumen", berichtet Berschneider. Wer vom Esstisch über die Küche ins Wohnzimmer freie Sicht haben will, könne durch Glas den nötigen Durchblick schaffen.

Gleichzeitig könne ein gläserner Raumteiler aber auch einen privaten Raum abtrennen. "Geätzt mit Flusssäure oder behandelt mit Sandstrahl wird die Oberfläche matt und undurchsichtig", erläutert Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas. Das Glas behalte seine Lichtdurchlässigkeit, verliere aber die Durchsichtigkeit. Transluzent heißt das.

Architekten haben dadurch mehr Spielräume. "Richtig interessant wird Glas für viele erst, wenn es künstlerisch eingesetzt wird", sagt der Münchener Architekt Stephan Maria Lang. Das können gebrochene Streifen aus Optiwhite-Glas sein, die kristallin funkeln, oder verspiegelte Glasflächen, die etwa im Wellnessbereich mit den Lichtbewegungen auf dem Wasser spielen.

Transluzentes Glas für den Hausgebrauch kann nicht nur mattiert oder emailliert sein, sondern auch mit Fotos und Mustern bedruckt werden. Rückseitig lackiertes Glas lässt sich als Bodenbelag verwenden oder als Fliesenersatz an den Wänden.

Bei alldem ist die Sicherheit ein wichtiger Aspekt. "In jedem Fall sollte im Haushalt Sicherheitsglas verbaut werden", rät Grönegräs. Bei Boden- oder Überkopfverglasungen müsse Verbund-Sicherheitsglas (VSG) verwendet werden. Eine reißfeste Folie zwischen zwei gehärteten, meist vorgespannten Glasscheiben verhindere Splittereien. Ansonsten reiche meist das Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG).

Wer so auf Nummer sicher geht, kann bedenkenlos durch das Glasparadies manövrieren - das so heimelig jedoch nicht jeder Experte findet. "Glas ist nicht unbedingt das Material, in dem sich der Mensch am wohlsten fühlt", urteilt Berschneider. "Gläserne Treppenstufen fühlen sich immer glatt an, und wenn die Kaffeetasse auf dem gläsernen Küchentisch klappert, ist mir das ein Graus." Seine Empfehlung lautet daher: Keinen kühlen Kristallpalast bauen, sondern gezielt auf einzelne Akzente setzen.


dpa-Magazin / mag
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