Das Zuhause wird immer wichtiger

Kuschelig, weich und gemütlich: So wünschen sich die Deutschen ihre Einrichtung. (Foto: Koelnmesse/Karsten Jipp)

Jedes Jahr gibt es neue Highlights und Trends in der Einrichtungsbranche. Aber sie alle gehören zu einer großen Entwicklung, die sich schon seit längerem abzeichnet: Den Deutschen wird es immer wichtiger, ein wirklich schön eingerichtetes, gemütliches Zuhause zu haben.

Gemütlichkeit ist für Ursula Geismann etwas typisch Deutsches: nach Hause kommen, durchatmen, einfach man selbst sein. "Das war schon einmal da - aber heute hat Gemütlichkeit eine andere Qualität", erläutert die Trendexpertin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Es geht um eine Grundstimmung: Der Raum ist dank Lampen nicht einfach nur hell, er ist gut ausgeleuchtet. Es geht ums perfekt inszenierte Zuhause, ums Wohlfühlen. "Die Menschen haben kapiert, dass sie an 340 Tagen im Jahr zu Hause sind, und sie wollen sich das schön machen."

Markus Majerus, Sprecher der Möbelmesse IMM Cologne, sieht das genauso: "Es ist den Menschen zwar weiterhin wichtig, dass sie einen guten Job haben und gut verdienen. Aber immer wichtiger wird nun die Freizeit." Und wie und wo man diese verbringt, wird zum Statussymbol. Das sieht man der Gewichtung der Möbel im Raum auch an: Es wird mehr Wert auf Hingucker gelegt - also auf ausgefallene Stücke, die dem Besucher auffallen sollen. Hier helfe Farbe, sagt Gabriela Kaiser, Trendanalystin aus Landsberg am Lech. "Aber farbig ist maximal ein Teil - also ein Regal der Regalwand, und der Rest ist zurückhaltend." Oder nur die Couch ist bunt. "Es sind nur hier und da Farbkleckse, die aber ins Auge fallen."

Bei all den Bestrebungen um das perfekte Zuhause sieht dieses heute nie gleich aus. Individualität ist der zweite große Trend des Wohnens. Wenn jeder so leben will, wie er ist, und anders sein will als der Nachbar, müssen das die Möbel leisten können. So gibt es nun zum Beispiel Sofatische, deren Alu-Streben per Zufallsgenerator individuell verteilt wurden. Oder man sucht sich selbst die individuelle Mischung zusammen, etwa verschiedene Stühle am Esstisch.


dpa-Magazin / mag
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