Den Lärmschutz für das Haus richtig planen

Der Einbau neuer Fenster kann helfen, die Lärmbelästigung in Wohnungen zu senken. (Foto: Emily Wabitsch)
 
Eine Dämmung an den Innenwänden dämpft störende Geräusche aus der Nachbarschaft. (Foto: DIY-Academy e.V.)

Lärm ist allgegenwärtig - oft kommt er sogar durch das geschlossene Fenster. Wer an Straßen, in Flughafennähe oder am Bahndamm wohnt, sollte über neue Fenster nachdenken.

"Moderne Schallschutzfenster bringen viel", sagt Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren (VPB). Allerdings verlangen die Modelle besondere Sorgfalt beim Einbau. Denn Schallschutzgläser sind mit bis zu etwa zehn Millimetern mindestens doppelt so dick wie normale Scheiben und entsprechend schwer. "Sie müssen in einem dichten Rahmen sitzen, der an das Mauerwerk angeschlossen wird". Die Vorschriften für einen luftdichten Einbau müssen beachtet werden. "Am besten ist es, solche Aufträge an erfahrene Handwerker zu vergeben." Auch wenn für die neuen Fenster Fördermittel in Anspruch genommen werden sollen, ist meist eine Handwerker-Rechnung als Beleg erforderlich. "Man sollte nur zugelassene Systeme benutzen und auf die Auszeichnung achten", sagt Michael Pommer, Trainer bei der Heimwerkerschule DIY-Akademie in Köln. "Ein Schallschutz von 30 bis 60 Dezibel ist durchaus effektiv."

Eine andere Lärmquelle ist ein harter Fußboden ohne oder mit unzureichender Trittschalldämmung. Er kann die darunter wohnenden Nachbarn zur Verzweiflung bringen, stört aber auch oft die Bewohner selbst. "Wer zum Beispiel Laminat verlegt, sollte darunter eine Trittschalldämmung einplanen", erklärt Pommer. Auch Teppiche oder andere Bodenbeläge dämpfen den Schall. "Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Rückseite des Teppichs aus geschäumtem Material besteht. Nur dann nimmt er optimal den Schall auf."

Um sich vor Geräuschen aus der Nachbarschaft zu schützen, können die Innenwände gedämmt werden. Das geht gut mit Gipskartonplatten, auf deren Rückseite Schalldämmmaterialien wie Styropor oder Fasermaterialien mit Gummi angebracht werden. Dabei dürfen die Anschlüsse der vorgesetzten Bauteile die Wand nicht direkt berühren.

"Soll das Dach gedämmt werden, müssen Dämmstoffe mit einer höheren Masse eingesetzt werden." Geeignet sind etwa Holzfaserplatten. Auch hier ist eine flexible Verkleidung der inneren Schale notwendig. Auf einer Federschiene können doppellagige Gipskartonplatten aufgebracht werden, die wirkungsvoll gegen Lärm schützen.

"Ursache für schlechten Schallschutz sind oft nachträglich ausgetauschte Ver- und Entsorgungsleitungen", erläutert der Experte. "Installationsrohre dürfen nur in Wänden mit Wandgewichten über 200 Kilogramm pro Quadratmeter verlegt werden." Vor allen anderen Wänden müsse getrennt vom Baukörper eine Vorwand errichtet werden. Alle Rohre und Leitungen müssen natürlich auch gedämmt werden.

Oft ist die eigentliche Lärmquelle nur sehr schwer auszumachen. "Laien täuschen sich leicht", erklärt Christian Michalke von der VMPA-Schallschutzprüfstelle beim TÜV-Nord. "Hören sie Krach aus der oberen Wohnung, denken sie, dass dem mit der Dämmung ihrer Decke beizukommen ist. Dabei kann es sich um Nebenwegübertragungen handeln." Dann verbreitet sich der Schall zum Beispiel über die Wände, und eine Deckendämmung wäre völlig unnütz. Stattdessen müssen die Wände gedämmt werden. Eigentümer holen daher am besten vor Beginn der Arbeiten einen Fachmann in die Wohnung.


dpa-Magazin / mag
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