Die Trends der Baubranche

In Ballungsräumen muss platzsparend gebaut werden. (Foto: Franziska Koark/dpa/mag)

Die Grundstücke werden immer kleiner. In der Stadt fehlt der Platz für neue Häuser. Architekten bemerken daher einen neuen Trend: Statt frei stehende Häuser zu bauen, teilen sich Bauherren in Städten immer öfter Grundstücke und Gebäude mit anderen.

Zwar seien nach wie vor Einfamilienhäuser sehr beliebt, aber die Bauherren passen ihre Ansprüche an das Eigenheim inzwischen häufig anderen Wunschvorstellungen an, erläutert Mirjam Thomann vom Bund Deutscher Architekten (BDA) in Berlin. Sie wollen ressourcensparend und in Ballungsräumen leben.Viele Menschen entwickeln daher bei ihren Planungen ein Bewusstsein für die Nachteile der Wohnform Einfamilienhaus, erläutert Thomann. Bauplatz, Bau und Unterhalt der Gebäude seien teuer. Und das frei stehende Modell brauche viel Fläche. Das sei meist nur im Umland von Städten möglich - verbunden mit weiten Wegen in die Innenstadt.

Die Folge: Das knappe Platzangebot in den Ballungsräumen muss effizienter genutzt werden - mit dichter gebauten Siedlungen. So werden etwa Grundstücke in bestehenden Wohngebieten noch mal unterteilt und ein weiteres Gebäude wird daraufgesetzt, berichtet Carmen Mundorff von der Architektenkammer Baden-Württemberg. Oder freie Flächen werden in kleinere Parzellen als früher eingeteilt.

Gerade in großen Städten schließen sich immer mehr Bauherren zu Baugruppen zusammen, sagt Corinna Seide von der Bundesarchitektenkammer. Sie bauen gemeinsam ein Gebäude und teilen es in Eigentumswohnungen auf. Dabei gehe es vielen Bauherren nicht nur um die effektive Nutzung von wenig Baugrund, sondern auch um das Bauen und Wohnen in der Gemeinschaft. Die Nachbarn könnten sich im Alltag helfen, nennt Seide einen Vorteil. Und sie pflegen große und arbeitsintensive Gärten gemeinsam.

Baulich werden natürlich dadurch auch die Kosten gesenkt, erläutert Architektensprecherin Seide. Ein weiterer Vorteil sei, dass hohe energetische Standards sich in kompakten Bauformen realisieren lassen, sagt Mirjam Thomann. So teilen sich die Parteien etwa die Kosten für Sanierungsmaßnahmen wie die Dämmung der Außenhülle. Auch die Versorgung des Hauses mit Heizenergie wird gebündelt - zum Beispiel in einem Anschluss für alle an die Fernwärme.


dpa-Magazin / mag
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