Eine Bauidee fürs Land : Die Scheune wird zum Wohnhaus

Offener Grundriss, moderne Einrichtung: Äußerlich hat sich nicht viel an der alten Scheune im sächsischen Frankenthal getan – so sah sie auch um 1900 herum aus. (Foto: KfW/Claus Morgenstern)

Wo heute die Bewohner gemütliche Stunden verbringen, lag früher Heu für das Vieh: Aus manch alter Scheune kann ein traumhaftes Wohnhaus werden. Dazu noch eines, das architektonisch und energetisch neuesten Standards entspricht. Dafür wurde zum Beispiel die Scheunen-Besitzerin Anja Klinger mit dem Award der KfW-Förderbank 2015 ausgezeichnet.

Gerade alte Scheunen scheinen in den Fokus der Bauherren zu rücken. Es sind große Hallen mit hohen Decken, ganz ohne Innenwände. Das heißt: mit viel Raum darin die künftigen Wohnräume frei zu gestalten. Sogar loftartige Grundrisse sind möglich. Klinger baute in die 27 Meter lange und 13 Meter breite Scheune drei Etagen ein, wobei das Zentrum ein hoher, offener Raum ist. Ihr war es bei den Umbauten aber auch wichtig, dass "die Scheune Scheune bleibt" – und damit das Gebäude als bekannter Teil des Ortsbildes erhalten. Sogar an der Außenwand haben die Bauleute nur einzelne Stellen ausgebessert.

Aber die Umnutzung einer solchen Scheune bringt Probleme mit sich: Die Nutzungsänderung zieht nach sich, dass energieeffiziente Maßnahmen nötig werden, die sich an jenen für Neubauten orientieren. Aber hier ist das oft baulich schwer, teuer oder gar nicht umsetzbar.

Ein Problem ist die Dämmung. Steht das Gebäude sogar noch unter Denkmalschutz, kann es sein, dass die Außenhülle gar nicht verhängt werden darf. Architektin Klinger löste das, indem sie statt einer einfachen Dämmung eine radikale Maßnahme wählte: In die alte Scheune hinein wurde ein neues Haus mit eigener Wärmedämmung gebaut. Die alte Fassade ist nur noch hübsche Verpackung und Regenschutz. Selbst der Innenausbau der bisherigen Scheune ist herausfordernd. Das ergibt ein Problem mit der Helligkeit. Um lichtdurchflutete Räume zu erhalten, muss man eigentlich zusätzliche Fenster in die Fassade brechen. Klinger verzichtete darauf. Sie hinterlegte stattdessen die offenen Scheunentore mit Glas, was große Fensterflächen und eine Terrassentür ergab. Und es gibt nun Dachfenster, die von oben für Licht im ganzen Haus sorgen. mag
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