Einzelstücke und Selbstgemachtes schaffen Atmosphäre

Innenarchitekten helfen mit Tipps zum Beispiel zum richtigen Farbkonzept. (Foto: Nomad/Ivo von Renner)

Mit den Möbeln von großen Ketten richtet sich längst nicht mehr nur der Nachbar ein. Wem das zu langweilig ist, der sollte auf Selbstgemachtes und Einzelstücke setzen. Die drücken nicht nur einen individuellen Lebensstil aus, sondern schaffen zudem eine wohnliche Atmosphäre.

Peter Fehrentz, Designer und Innenarchitekt aus Hamburg, rät seinen Kunden vor allem beim Thema Küche zu weniger einheitlichen Lösungen. Den Look von Einbauküchen findet er nicht besonders wohnlich. "Ich würde immer eine Minimallösung in Sachen Küchenmöbel vorschlagen", sagt der Experte. "Was dann dazu kommt, etwa Oberschränke und Regale, kann man sich von einem Tischler anfertigen lassen. Das ist zwar nicht günstiger, aber auch nicht teurer. Und man kann seine Küche dann viel individueller gestalten und bewusst optische Brüche erzielen."

Und gerade bei kleinen Dingen rät Fehrentz sogar zum Selbstmachen: Kommoden, Tische oder Regale sowie kleine Designobjekte wie Bilderrahmen oder Schalen könne ein Heimwerker selbst herstellen. Wer das nicht kann, findet auch Alternativen: Einige Hersteller bieten komplett auf den Kunden zugeschnittene Möbel an - zum Beispiel Jutta Gröbner, Inhaberin einer Hamburger Ladengalerie. Sie kooperiert mit Handwerkern, die die Einzelstücke anfertigen. "Menschen besinnen sich wieder mehr auf das Private", sagt Jutta Gröbner. "Deshalb spielt die Einrichtung ihres Zuhauses eine zunehmend wichtige Rolle."

Auf der Suche nach dem Besonderen sind auch Onlineportale eine Anlaufstelle. Etsy ging in den USA 2005 online, der deutsche Konkurrent Dawanda 2006. Diese Webseiten und ihre vielen Ableger sind Umschlagplätze für Selbstgemachtes. Hersteller können dort eigene Online-Läden aufmachen und gestrickte, bedruckte, genähte oder anderweitig weitgehend selbstproduzierte Gegenstände verkaufen.

Wenn Verbraucher diese individuelle Vielfalt überfordert, können sie sich auch Rat von Profis holen. Die Innenarchitektin und Designerin Jutta Werner aus Hollenstedt bei Hamburg bietet zum Beispiel eine Design-Sprechstunde - mit Tipps zur Beleuchtung, der richtigen Raumaufteilung oder zum Farbkonzept. Die Lösungen sollten unabhängig von aktuellen Trends funktionieren. "Die Stimmung muss stimmen", sagt Werner. "Es muss gar nicht immer alles so perfekt sein, dann wirkt ein Raum oft eher unnahbar und seelenlos. Beim Wohnen geht es um Lebendigkeit, um Brüche und um Freude."

Literatur: Peter Fehrentz: "Made by yourself: Individuelle Möbel und stylishe Designobjekte", DVA, 2012, 144 Seiten, 29,99 Euro, ISBN-13: 978-3421038661.

dpa-Magazin / mag
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