Handgeknüpftes in neuem Gewand

Hossein Rezvani nimmt Motive des Orientteppichs und verfremdet diese am Computer. Zurück bleiben nur noch Spuren vom traditionellen Motiv. (Foto: Hossein Rezvani)

Schwer und muffig - handgeknüpfte Teppiche galten lange als altmodisch. Doch seit kurzer Zeit findet man sie nun wieder als anheimelnde Accessoires in schicken Lofts und Townhouses.

"In klinisch durchgestylten Wohnungen mit hochglanzpolierten Betonböden fühlt sich niemand richtig wohl", sagt Teppichproduzent Jan Kath. "Unsere Teppiche sind ein organisches i-Tüpfelchen, Wohlfühlinseln, die im coolen Interieur heilsam wirken."

Die zeitgenössischen Teppiche stehen wie einst der gute alte Perser für eine starke Werteverbundenheit. So werden die Produkte von Jan Kath in Nepal, Thailand, Indien oder Marokko in Handarbeit gefertigt. Bei der Produktion verwenden die Knüpfer hochwertige Naturmaterialien wie Wolle aus dem tibetanischen Hochland, chinesische Seide oder Garn aus Brennnesselfasern.

Mit so einem Bodenbelag holt man sich nicht nur mehr Gemütlichkeit zurück in die Wohnung, sondern auch das Produkt einer alten Handwerkskunst. "Handgeknüpfte Teppiche stehen heute für Tradition, Werte, Luxus, Lebensgefühl", sagt Hossein Rezvani, Produzent und Gestalter aus Hamburg. Jüngere Gestalter und Produzenten wie Jan Kath oder Hossein Rezvani setzen aber nicht nur auf das Alte. Bei der Gestaltung bewegen sie sich komplett in der Gegenwart: Hossein Rezvani nimmt Motive des klassischen Orientteppichs und verfremdet diese am Computer. Zurück bleiben nur noch Spuren der traditionellen Motivwelten. Es entstehen abstrakte Muster, die Ost und West auf neuartige Weise verbinden.


dpa-Magazin / mag
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