Handwerker müssen Mängel beseitigen

Schlecht verlegte Laminatböden sind ein Mangel. (Foto: Kai Remmers)

Probleme mit Handwerkern gibt es öfter. Um größere Probleme zu vermeiden, sollten Kunden schon zu Beginn klare Absprachen bei der Auftragserteilung treffen. Außerdem müssen sie Mängel rechtzeitig reklamieren.

Eine weitere wichtige Regel: Mängel vor der Abnahme des Werks schriftlich festhalten. Nach der Abnahme kehre sich die Beweislast um, erläutert Dunja Richter von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart: "Ich muss den Mangel beweisen, und das wird schwierig."Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) verpflichtet einen professionellen Betrieb dazu, seine Arbeit mängelfrei abzuliefern (Paragraf 633). Tut er das nicht, hat der Kunde das Recht auf Nachbesserung. Einen, höchstens zwei Versuche billigen Fachleute wie der Jurist des Verbands privater Bauherrn (VPB), Holger Freitag, Handwerkern zu. Eine schriftlich gesetzte Frist von maximal zehn Tagen hält Freitag für vollkommen ausreichend.

Darüber hinaus können Verbraucher bei schweren Mängeln die Abnahme des Werks komplett verweigern. Ohne Abnahme kein Geld für den Betrieb - auch dies ist im BGB geregelt. Eventuell muss die Firma die verpfuschte neue Küche auch wieder ausbauen. Bei kleinen Fehlern kann der Kunde die Arbeit zwar abnehmen, aber einen Teil der Rechnung bis zur fehlerfreien Übergabe des Werks einbehalten. Als angemessen gilt laut Paragraf 641, Absatz 3 BGB das Doppelte der Reparaturkosten. Wer die Rechnung nach der Abnahme einfach wegen vermeintlicher oder erst später entdeckter Mängel kürzt, riskiert eine Klage des Handwerkers.

Eine weitere Regel lautet: klare Absprachen treffen. Vor allem über Termine. Sie sollten schriftlich fixiert und Bestandteil des Vertrags sein - bei Vereinbarungen per Handschlag drohen Missverständnisse. Im Vertrag stehen genaue Daten. Von unklaren Formulierungen wie "alsbald beginnen" oder "alsbald zu Ende führen" rät Holger Freitag ab. Sonst wartet der Kunde womöglich ewig.

Mit Beschwerden über Handwerker können sich Verbraucher auch an die Kammern wenden. Ihre Schlichtungsstellen versuchen in Streitfragen "einen Kompromiss zwischen Auftraggeber und Mitgliedsbetrieb zu vermitteln", erläutert Tanja Winkler, die Juristin der Handwerkskammer Rhein-Main.

Die Stellen werden auf Anfrage aktiv, ein Anruf oder eine Mail reicht. Die Arbeit ist für Verbraucher in der Regel kostenlos. Sachverständige, die ebenfalls bei den Kammern geführt werden, bekommen Honorar. Sowohl Schlichtungsstelle als auch Sachverständiger können bei Pfusch und Rechnungsärger eingeschaltet werden.

Literatur: Otto N. Breitzinger, "Handwerker und Kurierdienste - Meine Rechte und Ansprüche", Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, ISBN 978-3-86336-401-4, 8,90 Euro

dpa-Magazin / mag
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