Heizkosten sparen mit dem hydraulischen Abgleich

Bei einem hydraulischen Abgleich werden die optimale Heizwassermenge für jeden Raum berechnet. (Foto: co2online gGmbH/Alois Müller)

Rund 110 Euro Heizkosten lassen sich in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus pro Jahr sparen - ohne eine teure Sanierung oder den Austausch der Heizung. Das gelingt mit einem hydraulischen Abgleich, einer einfachen Feinjustierung und Anpassung der Anlage an das Haus.

Den hydraulischen Abgleich gibt es ab circa 300 Euro. Er muss in der Regel einmal für eine Anlage durchgeführt werden, wenn keine Teile ausgetauscht werden, sagt Henning Discher von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Dabei stellt ein Fachmann die Heizung so ein, dass die Anlage das Wasser optimal im Haus verteilt, erklärt Andreas Braun von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online in Berlin. Alle Heizkörper können so richtig warm werden.Die wenigsten Verbraucher wissen aber, dass sich mit dieser Feinjustierung des Heizsystems Kosten sparen lassen, sagt Braun. Er schätzt, dass etwa 90 Prozent der Anlagen in Deutschland nicht hydraulisch sind. Das kann dazu führen, dass Heizkörper, die näher am Kessel sind, besser durchströmt werden als weiter entfernte. Damit heizen sich diese Radiatoren auch schlechter auf.

"In der Praxis werden als Behelfslösungen für dieses Problem häufig die Heizungspumpenleistung und die Vorlauftemperaturen am Heizkessel erhöht", sagt Andreas Müller vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. So werden zwar alle Räume warm, die nah am Heizkessel liegenden Zimmer jedoch zu heiß. Die Bewohner reißen dann die Fenster auf, was die Heizkosten erhöht. Eine weitere Nebenwirkung können Fließgeräusche, Pfeifen und Gluckern sein.

Ein Fall für den Fachmann

Auch wenn eine Heizungsanlage modernisiert wird, sollte ein hydraulischer Abgleich gemacht werden, rät Michael Herma vom VdZ - Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik in Berlin. Diesen kann aber nur ein Fachmann durchführen, sagt Müller. Und ein hydraulischer Abgleich geht nur an Heizkörpern mit voreinstellbaren Thermostatventilen. "Durch sie kann die Durchflussmenge des Heizwassers am Heizkörper exakt reguliert und an den tatsächlichen Bedarf des Raumes angepasst werden", sagt Discher.

Der Fachmann kann bei seinen Berechnungen feststellen, dass die Leistung der Heizungspumpe zu groß ist. Diese könne nur selten richtig eingestellt werden und werde am besten ausgetauscht, rät Müller. Ein Austausch ist in der Regel aber nicht möglich bei einer im Gerät integrierten Pumpe. Hier könne der Handwerker einen zentralen Differenzdruckregler ergänzen. Dieser baue den überschüssigen Druck direkt hinter dem Kessel ab, so dass das Wasser besser fließt. Die bessere, aber teurere Lösung sei eine neue Therme mit einstellbarer Pumpe in der richtigen Größe.

Zur Kampagne "Meine Heizung kann mehr" im Internet unter www.meine-heizung.de, Check-Liste Hydraulischer Abgleich unter http://asurl.de/wt.

dpa-Magazin / mag
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