Hobbygärtner sollten verzichten

Manche Pflanze breitet sich so stark aus, dass sie heimische Gewächse verdrängen. Ein Beispiel dafür ist die Gelbe Scheincalla (Lysichiton americanus).

Sie steht auf der Aktionsliste des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und gehört damit zu den in Deutschland vorhandenen gebietsfremden Gefäßpflanzenarten, die im Naturschutz eine besondere Priorität haben. Ihre Ausbreitung steht am Anfang und Sofortmaßnahmen müssten greifen. Darauf weist der Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn hin. Hobbygärtner sollten daher darauf verzichten, die auch als Stinktierkohl oder Riesenaronstab bekannte Pflanze in den Garten zu setzen. Sie wird vereinzelt als Teichpflanze im Gartenhandel angeboten. Eine Alternative für Hobbygärtner ist der in Deutschland heimische Gefleckte Aronstab (Arum maculatum).

Wer seine Gelbe Scheincalla entfernen möchte, reißt sie am besten aus. Bei älteren Exemplaren müssen die Wurzeln im Boden zudem möglichst in einer Tiefe von einem halben Meter abgestochen werden. Sonst könne die Pflanze wieder austreiben.

Eigentlich stammt die Sumpfstaude aus Feuchtgebieten im pazifischen Nordamerika. In Deutschland wurde sie anfangs bewusst gepflanzt, zum Beispiel in Botanischen Gärten. Im Taunus ist sie am stärksten verbreitet.

Die Pflanze kann bis zu 1,5 Meter lange Blätter auf Stielen entwickeln. Ihr Blüten- und Fruchtstand ähnelt dem des Aronstabs, der in Deutschland heimisch ist. Bei der Gelben Scheincalla ist der Kolben 12 bis 20 Zentimeter lang und hat ein gelbes Hochblatt. An einem Kolben können etwa 300 bis 650 Samen heranreifen - und die Pflanze sich daher stark ausbreiten.


dpa-Magazin / mag
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