Holz aus Raubbau meiden

Exotische Hölzer für Möbel stammen häufig aus Raubbau. Mahagoni zum Beispiel ist kaum noch legal zu bekommen. Verbraucher sollten daher auf ein paar Hinweise achten, die sicherstellen, dass ihr Baustoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.

Unter den vielen Gütesiegeln sei auf zwei Kennzeichnungen wirklich Verlass, erläutert Gerald Koch vom Thünen-Institut für Holzforschung in Hamburg. Das seien das internationale FSC- und das PEFC-Zeichen. "Wenn nicht getrickst wurde, geben beide Siegel eine gute Orientierung", sagt Koch. Rudolf Fenner von der Waldschutzorganisation Robin Wood in Hamburg empfiehlt nur das FSC-Siegel. Das PEFC-Siegel berücksichtige kaum ökologische und soziale Standards.Grundsätzlich sollten Verbraucher bei seltenen exotischen Hölzern besonders misstrauisch sein. Laut Fenner ist es kaum mehr möglich, zum Beispiel legal geschlagenes, echtes Mahagoni zu bekommen. Der Holz-Experte Koch rät zu Skepsis bei Dielen und Fassaden aus Sibirischer Lerche: "Hier wird großer Raubbau betrieben."

Und beide Experten raten zur Vorsicht bei Stücken aus Fernost. "Bei Möbeln aus Südostasien sollte man auf jedem Fall nach Herkunft und Nachhaltigkeits-Siegel fragen", empfiehlt Koch. Fenner rät, im Zweifel auf ein einheimisches Holz umzuschwenken: "Tropenholz ist nicht immer das härteste und haltbarste Holz. Und es gibt fast immer eine Alternative aus Deutschland und Europa." Einen Verdacht sollten vor allem preiswerte Möbel erregen. "Immer, wenn es billig wird, ist es kritisch", warnt Koch. Beim Möbelkauf im Zweifel lieber ein paar Euro mehr ausgeben und dafür auf Gütesiegel und einheimische Qualität setzen.


dpa-Magazin / mag
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