Leben im Provisorium: Richtig planen ist beim Renovieren wichtig

Wird das Badezimmer renoviert, muss die Familie für Alternativen während des Umbaus sorgen. Das muss teils von langer Hand geplant sein. (Foto: Nestor Bachmann)
 
Alltag unter Malerfolie: Auch wenn das Tapezieren der Wohnräume schnell geht, der Aufwand, alles schmutzsicher einzupacken, ist doch groß. (Foto: Kai Remmers)

Es ist nötig, aber macht vielen keinen Spaß: renovieren. Schlimmer wird es noch, wenn sich die Renovierung hinzieht und in der Wohnung für Einschränkungen sorgt.

"Eine Badsanierung kann mehrere Wochen dauern, da muss man sich überlegen, mit einem Provisorium zu leben", erklärt Birgit Thielmann vom Verband Wohnen im Eigentum in Bonn. Um Chaos beim Umräumen und zugestellte Räume zu vermeiden, sollte man einen Ausräumplan erstellen. "Helfen kann eine Skizze der Wohnung, auf der man sich einzeichnet, was wo steht und wohin geräumt werden muss", erklärt Thielmann. Denn schließlich muss der Alltag auch während der Renovierung funktionieren. "Problemlose Renovierungen sind Anstriche", sagt Thielmann. "Hier muss man lediglich die Wände freiräumen. Ein Teil der Einrichtung kann in der Mitte stehen bleiben."

Um Schmutz und Staub vorzubeugen, empfiehlt sie, die Tür aus dem betreffenden Raum auszuhängen und Folie davorzuspannen. So bleiben Flur und angrenzende Zimmer halbwegs sauber. Die DIY-Academy rät zum Verhüllen der Möbel zu Malerfolie aus riss- und feuchtigkeitsbeständigem Polyethylen.

Für viele Arbeiten ist außerdem eine Reihenfolge notwendig. Sollen sowohl Wände und Boden renoviert werden, sind zuerst die Wände dran. Farbspritzer oder Tapetenreste gelangen dann nicht auf den neu verlegten oder frisch geschliffenen Bodenbelag. Oder wer im Badezimmer die Wände neu fließt, baut erst hinterher einen neuen Türrahmen ein. So verschmutzen Mörtel und Kleber nicht die Türzarge. Eine weitere Regel klingt simpel, ist aber einfach sinnvoll, auch wenn die Arbeiten dann länger dauern: "Wer mehr als ein Zimmer renoviert, sollte Raum für Raum vorgehen", sagt Thielmann. "Die ausgeräumten Sachen müssen ja irgendwo Platz finden."

Damit nicht viel Abfall frei in der Wohnung herumliegt oder das Treppenhaus verschmutzt, empfiehlt Stefan Schmidmeyer vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung bei größeren Mengen: "Am besten Rutschen nutzen, um über Fenster- oder Türöffnungen die Abfälle in vor dem Gebäude stehende Container abzuwerfen." Um die passende Größe des Containers zu berechnen, benötigt man die ungefähren Maße des anfallenden Schuttes sowie sein Gewicht. Helfen können die Container-Vermieter, die das Volumen der Bauabfälle einschätzen. "Die Bauabfälle müssen in geschlossenen Containern gelagert und transportiert werden, um mögliche Umweltschäden zu vermeiden", betont Schmidmeyer. "Unterschiedliche Bauabfälle müssen getrennt ausgebaut, gelagert und entsorgt werden."

Es gibt auch Fälle, bei denen ein kurzer Auszug unausweichlich ist. "Die Wohnung während der Renovierungsarbeiten verlassen muss man bei Asbest, Schimmel und gesundheitsschädlichen Belastungen", sagt Thielmann. Asbest etwa kann Krebs auslösen und darf daher auch gar nicht vom Heimwerker selbst entsorgt werden. Natürlich kann auch beim Renovieren einer Ein-Zimmer-Wohnung der kurzzeitige Umzug notwendig sein. Die Kosten dafür sollte man ebenso von Anfang an mit einplanen und den Alltag entsprechend organisieren. mag
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