Mischen statt schichten: Anleitung für eine optimale Kompostierung

Mit einem Kompostbeschleuniger funktioniert das Kompostieren noch schneller und zuverlässiger. (Foto: epr/Neudorff)

Kompost versorgt den Gartenboden mit Nährstoffen. Für den Hobbygärtner ist das nahezu kostenlos – er nimmt einfach Abfälle, die im Haushalt und im Garten eh anfallen, und ein paar kleine Zusätze. Hier gibt es eine Anleitung.

• Sammeln: In den Haufen Grünabfall gehören Pflanzen wie Blumen, Kräuter und Stauden. Samentragende Unkräuter und Laub in kleineren Mengen kommen laut der Saarländischen Gartenakademie in die Mitte des Kompostes. Aber schwer verrottbare Blätter, etwa von Walnuss, Eiche und Kastanie, müssen kleingehäckselt sein. Rasenschnitt welkt am besten vorher an. Erlaubt sind auf dem Haufen auch manche Küchenabfälle wie Obst, Gemüse, Kaffee- und Teesatz. Größere Mengen von behandelten Schalen von Südfrüchten kommen aber besser in den Restmüll. Eierschalen werden zerdrückt, Äste und Zweige zerkleinert.

Optimal ist es, wenn der Haufen mindestens drei Kubikmeter umfasst – was natürlich nicht in jedem Garten möglich ist. Aber bei dieser Größe entwickelt sich im Inneren die notwendige Temperatur von 50 bis 60 Grad, was Krankheitskeime vernichtet, erklärt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rät, etwa alle 30 Zentimeter einige Schaufeln Erde in den Kompost zu geben.

• Mischen: Zu einem gesammelten Haufen frischer Grünabfälle kommen drei Prozent fertiger Kompost. Er enthält alle wichtigen Organismen zur Zersetzung und bringt die Verrottung in Gang. Außerdem können Hobbygärtner je Kubikmeter etwa zehn Kilogramm Gesteinsmehl und fünf Kilogramm Algen- oder Hüttenkalk beimischen, erklärt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Das Gesteinsmehl unterbindet die Geruchsbildung und gibt dem Kompost Mineralien. Kalk bindet bei der Umsetzung organische Säuren.

• Umschichten: Senkt sich die Temperatur im Inneren, wird der Kompost umgeschichtet – das Äußere muss nun nach innen. Wenn der ganze Komposthaufen wieder kühl ist, kann man ihn mit Stroh oder Lochfolie bedecken. Oder man übersät ihn mit Pflanzen wie Kapuzinerkresse oder Kürbissen. Dann ruht der Haufen.

• Verteilen: Je nachdem, welches Material den Haufen bildet, ist er nach einem halben bis einem Jahr zu Kompost geworden. Nach ein bis zwei Jahren ist Erde entstanden. Im Herbst nach dem Abräumen der Beete oder im Frühjahr vor der Bepflanzung verteilt der Hobbygärtner am besten ein bis drei Kilogramm des Komposts pro Quadratmeter Gartenerde. Die Nährstoffbombe steigert auch die biologische Aktivität durch seine große Vielzahl an Mikroorganismen. Kompost erhöht den Humusgehalt des Bodens und verbessert dessen Struktur.
dpa-Magazin / mag
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