Möbel aus Sisal, Kokos & Co.

Waldboden an der Wand: Natürliche Produkte wie etwa Moos als Wandbelag vom Unternehmen Freund liegen im Trend. (Foto: VDM/Freund)
 
Immer mehr ungewöhnliche Naturmaterialien finden Einzug in den Wohnraum - etwa zum Hocker geflochtene Bananenblätter. (Foto: Andrea Warnecke)

Umweltschonend, unbelastet und nachhaltig - so wollen immer mehr Verbraucher ihre Wohnung einrichten. Möbel und Wohnaccessoires aus Naturprodukten erscheinen da eine gute Wahl. Kork & Co. überzeugen mit Beständigkeit.

"Hinzu kommt bei Polstermöbeln, Teppichen oder Stoffbezügen aus Naturfasern die angenehme Haptik und das gute Aussehen", sagt Eckhard Klopp von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Teppiche aus Naturfasern verbessern außerdem das Raumklima, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können.Auch die Sachbuchautorin Heike Fischer aus Augsburg ist von der Qualität der Materialien überzeugt: See- und Binsengras habe den Vorteil, dass es nahezu undurchdringbar und sehr strapazierfähig ist, erklärt die Wohnexpertin. Es verfärbe sich nicht und sei für Bad und Küche geeignet. Kokos und Sisal weisen Schmutz ab und sind robust. Besonders Kokos passe gut in stark beanspruchte Bereiche wie den Eingang oder Flur. "Wer sich zum Beispiel für Parkettboden im ganzen Haus entscheidet, diesen im Eingangsbereich aber vor starkem Abrieb schützen will, kann gleich hinter der Tür eine Fläche aussparen", erläutert Fischer. Über ein Aluminium- oder Eisenprofil komme dort bodengleich eine Naturfasermatte.

Holzmöbel passen nach Ansicht der Wohnautorin Fischer gut zu Naturfaserböden, genau wie kleinere Teppiche aus Wolle oder sogar Seide. "Dabei ist es aber wichtig, dass die Einrichtung des Zimmers klar bleibt." Wer eher schlichte Möbel hat, kann den Eindruck des Raums durch Fußbodenbeläge oder Sitzmöbel mit Mustern und Farben auffrischen. Wo dagegen viele bunte und gemusterte Möbel stehen, sei es besser, den Boden klar und einfarbig zu halten. "Auch Bambusmöbel können ein schöner Blickfang sein", sagt Fischer. Das Material gilt außerdem als nahezu unzerstörbar.

Wichtig ist bei der Verwendung von Naturfasermatten, dass man unter die Möbelfüße Filzplättchen oder einen anderen Schutz heftet, weil sie sich sonst in den Bodenbelag drücken. Manche Naturfasern dürfen nicht an Stellen mit direkter Sonneneinstrahlung liegen, erläutert Fischer. Für die Pflege von Teppichen aus Naturfasern gilt: Immer in Webrichtung reinigen. Haben Schuhsohlen voller Erde den Boden verschmutzt, sollte man den Fleck am besten trocknen lassen und danach die Erde ebenfalls in Webrichtung ausbürsten und die Klumpen absaugen.

Nur rund zehn Prozent der textilen Bodenbeläge, die aktuell verlegt werden, bestehen laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe aus Wolle, Ziegenhaaren, Sisal, Kokos, Seegras, Jute, Seide oder Baumwolle. Naturteppichböden sind umweltfreundlich: "Für ihre Herstellung wird weniger Primärenergie benötigt, und es entstehen keine problematischen Nebenprodukte", sagt Eckhard Klopp. Naturfasern wachsen ständig nach und schonen somit andere Rohstoffe.

Ob sie frei von Schadstoffen sind, sei aber nicht so einfach zu erkennen - denn es gibt für solche Produkte aus Naturfasern noch keine verbindlichen Qualitätssiegel, erläutert Petersen. Daher sollte man den Teppichhändler fragen, ob er seine Produkte prüfe und sich eine entsprechende Bescheinigung geben lassen. Doch auch hier warnt Petersen zur Vorsicht: "Das Prädikat ,schadstoffgeprüft‘ sagt wenig aus, da nicht klar wird, welche Stoffe geprüft wurden und wie das Ergebnis ausgefallen ist."

Die Broschüren "Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen - nachhaltig, modern, wirtschaftlich" und "Fußböden aus nachwachsenden Rohstoffen" der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, herausgegeben im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums, können kostenlos unter http://mediathek.fnr.de/ heruntergeladen werden.

dpa-Magazin / mag
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