Naturstein gibt dem Garten Struktur

Von Pflanzen umrahmte Treppen aus Natursteinen laden zu kleinen Pausen auf dem Weg in den Garten ein. (Foto: Marion Nickig)

Steine geben dem Garten Struktur, ob als Beetbegrenzung, Pflaster oder Mauer. Allerdings eignen sich nicht alle Natursteine für jeden Standort.

"Wenn man keine Steinstrukturen in einem Garten hat, dann wachsen einem die Pflanzen über den Kopf", sagt Peter Berg, Buchautor und Gartenbaumeister aus Sinzig (Rheinland-Pfalz). Im Vergleich zu den Pflanzen als lebendige und damit vergängliche Elemente stellen die Steine etwas Beständiges dar. Aber sie bringen auch Abwechslung in die Gestaltung. Während Pflanzen warm und beweglich wirken, sind Steine das Gegenteil - kalt und starr. So entsteht ein Spannungsbogen für die Gestaltung.

Aber selbst die starren Steine können sich verändern. Sie bekommen mit den Jahren Patina, sagt August Forster, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) in Bonn. Und sie sehen immer wieder anders aus: "Bei Regen färben sie sich dunkel, bei Trockenheit werden sie wieder hell - und so entsteht eine lebendige Vielfalt."

Natursteine strukturieren den Garten zum einen in der horizontalen Ebene. Man gestaltet damit Terrassen, Zufahrten und Wege und grenzt Rasen- und Pflanzflächen ab. Dabei ist es wichtig, auf die Proportionen der Steine zu achten - und das kann auch die Wertigkeit der Flächen ausdrücken. "Eine Einfahrt zum Garten beispielsweise wird mit großen Platten belegt", sagt Berg. Der Weg durch den Garten wird hingegen mit kleineren Pflastersteinen belegt, in Beeten liegen einzelne Trittsteine.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten von Steinen ergeben sich aus der vertikalen Struktur des Gartens. Höhenunterschiede können natürlich gegeben sein, oder Hobbygärtner legen sie bewusst an. Um die unterschiedlichen Niveaus miteinander zu verbinden, werden Treppen angelegt und Mauern gesetzt. "Je größer die Steine sind, die man verwendet, desto klarer werden die Strukturen", erläutert Berg.

Im Schatten leiden einige Steine, weil sie durch die anhaltende Feuchtigkeit Moos ansetzen und Algen wachsen. Juramarmor ist daher ebenso wenig für die Bereiche ohne direkte Sonneneinstrahlung geeignet wie Kalk- und Sandstein. Für die Gestaltung ist auch die Oberflächenbearbeitung bei der Auswahl wichtig: "Es gibt gestrahlte, gesägte, geschliffene oder gestockte Oberflächen", erläutert Forster.

Literatur: Peter Berg und Petra Reidel: "Naturstein im Garten: Das große Ideenbuch", Becker Joest Volk Verlag, 192 Seiten, 39,90 Euro, ISBN: 978-3-938100-73-8.

dpa-Magazin / mag
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