Schädliche Baustoffe im Haus entfernen

Ob Parkett mit belastetem Kleber herausgerissen werden muss, hängt von seinem Zustand ab. (Foto: Kai Remmers/dpa/mag)

Bei Renovierungsarbeiten können gesundheitsgefährdende Schadstoffe in Fußböden und Hölzern freigesetzt werden - und Krankheiten auslösen.

Bauherren sollten vorher überprüfen, ob solche Stoffe verbaut wurden, rät Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren in Berlin. Vorsicht geboten sei vor allem bei Gebäuden, die zwischen den 1970er und 1980er Jahren gebaut oder renoviert wurden.Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München weitet die Zeitspanne noch aus: Häuser mit viel Holz, die in den 1960er bis 1980er Jahren errichtet wurden, könnten auch betroffen sein. Hier bestehe die Gefahr, dass das Holzschutzmittel für die Innenräume die inzwischen verbotenen Wirkstoffe DDT, Lindan und PCP enthält.

"Schadstoffe in Innenräumen lassen sich nicht immer sehen oder riechen", sagt Ulrich-Raithel. Er rät daher, gezielt beim Bauherren nachzufragen und bei Zweifeln eine Analyse zu machen. Ist eine Sanierung notwendig, müssen die betroffenen Teile so weit wie möglich entfernt werden. Sei das nicht möglich, sollten Holzteile mit einem Schutzanstrich "maskiert" werden.

Auch alter Parkettboden kann die Quelle einer Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), oder polychlorierten Biphenylen (PCB) sein. Die Stoffe wurden laut Stiftung Warentest in Parkettklebern zwischen 1900 und 1975 verwendet, PCBs ab 1955. "Ob und wann ein Parkett mit belastetem Kleber herausgerissen werden muss, hängt vom Zustand des Parketts ab", erläutert Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ist das Parkett mit einer Lackschicht dicht versiegelt, bestehe weniger Anlass zur Sorge. "Anders ist dies bei Parkett mit gelockerten Parkettteilen oder Fugen und Ritzen in der Oberfläche", sagt Petersen.

Versteckter Asbest

Mit Asbestfasern können ältere PVC-Bodenbeläge belastet sein. Die oft betroffene Bahnenware namens Cushioned-Vinyls, die bis in die 1980er Jahre hinein verlegt wurde, hatte nach Angaben der Stiftung Warentest eine PVC-Oberseite und könnte eine dünne Asbestpappe als Unterschicht haben. Ist der Boden intakt und voll verklebt, kann einfach ein neuer Boden darüber gelegt werden. Der Belag sollte aber nicht mechanisch bearbeitet werden, da durch Beschädigungen große Mengen der krebserzeugenden Asbestfasern freigesetzt werden können, warnt Ulrich-Raithel. Nur Spezialfirmen dürften die Böden entfernen.

Mit Asbest können laut Ulrich-Raithel auch Flexplatten aus PVC belastet sein, die zwischen den 1940er und 1960er Jahren auf den Boden kamen. Ursprünglich fest gebunden, könnten sich die Fasern aus alten, porösen Platten lösen. Asbest enthalten auch manche alten Nachtspeicheröfen. "Um herauszufinden, ob das Gerät asbesthaltig ist, muss man die Gerätenummer auf dem Gerät ausfindig machen - notfalls mit Hilfe eines Elektrikers", erläutert Ulrich-Raithel.


dpa-Magazin / mag
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