Am 23. Mai ist Richtfest für den Campus der Schauspielschule Ernst Busch

Wann? 23.05.2016 11:30 Uhr

Wo? Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (HfS), Zinnowitzer Str. 9, 10115 Berlin DE
Der holzverkleidete Bühnenturm ist das Markenzeichen der neuen Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. (Foto: Ortner & Ortner Baukunst)
 
Am 23. Mai wird Richtfest gefeiert für den neuen HfS-Zentralcampus in den einstigen „Werkstätten der Staatstheater“, wie das Fabrikgebäude zu DDR-Zeiten hieß. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (HfS) |

Mitte. Am 23. Mai ist ein großer Tag für die Studenten der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (HfS). Dann wird, ein Jahr später als geplant, Richtfest gefeiert in der einstigen Theaterfabrik am Nordbahnhof. Mitte 2018 ist der neue HfS-Zentralcampus in den früheren Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße fertig.

Der Termin steht, und HfS-Kanzler Kai Schlegel ist fest davon überzeugt, dass seine Schauspielstudenten in zwei Jahren „an einem einzigartigen Ort“ ihr Handwerk lernen. Nach jahrelangen Debatten um einen Zentralcampus für die Ernst Busch bekommt die Hochschule endlich ein Gebäude, „dem man das Künstlerische ansehen wird“, so Schlegel. Seit über einem Jahr wird die einstige Kreativfabrik nach Plänen der Berliner Architekten Ortner & Ortner Baukunst zum Ernst-Busch-Zentralcampus umgebaut. Wo einst Bühnenmaler in großen Sälen und Werkstätten die Kulissen für die Berliner Opern- und Theaterhäuser pinselten, spielen ab 2018 Schauspielstudenten im markanten Bühnenturm. Kunst und Kreativität werden auch zukünftig die 1939 als zentrale Theaterwerkstätten errichteten Fabriketagen beherrschen.

Bühnenturm entsteht

An die Stirnseite der historischen Werkstätten wird ein markanter Bühnenturm angebaut. Der mit einer Holzkonstruktion verkleidete Quader, der mit 24 Metern Höhe das alte Fabrikgebäude leicht überragt, wird in den Altbau eingefügt. Deshalb wurde ein großer Gebäudeteil abgerissen. In dem Bühnenturm befinden sich übereinander zwei jeweils 300 Quadratmeter große Studiobühnen für Vorstellungen. Ursprünglich sollte zwischen den Bühnen eine Bibliothek entstehen, wurde aber aus Kostengründen gestrichen. Jetzt kommt die 200 Quadratmeter große Bibliothek in das Bestandsgebäude; mit neun Metern Höhe und umlaufenden Emporen mit Lesetischen nicht minder eindrucksvoll.

Für die rund 200 Studenten für Puppenspiel, Schauspiel, Regie und Choreografie werden in den einstigen Theaterwerkstätten 40 bis zu 100 Quadratmeter große Probebühnen und Studios für die Schauspielkurse und etwa 20 Seminarräume für den theoretischen Unterricht eingebaut. Im früheren Malsaal entstehen moderne Bewegungsräume für die Tanzausbildung. Um Platz in der oberen Tanzetage zu schaffen, wird das Dach um zwei Meter angehoben. Links neben Bühnenturm und Haupteingang entsteht ein Theatercafé, das vom Studentenwerk betrieben wird. Markant ist die aufschiebbare, perforierte Metallfassade, die wie ein Theatervorhang wirken soll. Die Kosten für das Café von rund 850 000 Euro hat der Bund übernommen. Insgesamt hat sich der Umbau von einst geplanten 33,8 Millionen Euro auf 38,6 Millionen Euro erhöht. Grund dafür sind auch die Verzögerungen, die durch die Pleite eines Rohbauunternehmens entstanden sind.

Für Schlagzeilen gesorgt

Der Busch-Zentralcampus hatte vor vier Jahren bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Senat hatte die Ausbaupläne der alten Fabrikgebäude gestoppt und wollte stattdessen die vier maroden und zum Teil asbestbelasteten Ernst-Busch-Standorte in Schöneweide, Lichtenberg und Prenzlauer Berg sanieren. Nach wochenlangen Protesten der Schauspielstudenten und mit Unterstützung bekannter Schauspieler gab es dann schließlich grünes Licht für den Zentralcampus in den früheren Opernwerkstätten. Neben den zwei neuen Bühnen werden die Studenten auch zukünftig die BAT-Studiobühne in Prenzlauer Berg als Veranstaltungsort nutzen. DJ
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