Baupfusch beim Bundestagsbau: Grundwasser sickert im Keller durch rissige Bodenplatte

Baupfusch verzögert die Fertigstellung des Erweiterungsbaus für das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Marie-Elisabeth-Lüders-Haus |

Mitte. Beim 60 Meter langen Erweiterungsbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses an der Luisenstraße gibt es massive Probleme. Voraussichtlich frühestens 2017 können die Bundestagsabgeordneten ihre neuen Büros beziehen.

Auf der Website des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), das die Gebäude im Regierungsviertel errichtet, steht noch Sommer 2016. Doch auch dieser Eröffnungstermin wird wohl nicht zu halten sein. Wie jetzt bekannt wurde, dringt Grundwasser durch Risse in der Bodenplatte aus Beton in den Keller. Der Wasserschaden führt zu weiteren Verzögerungen, wie BBR-Sprecherin Sandra Schrei bestätigt. Die Behörde lässt derzeit „die komplexen Ursachen der Mängel und deren Beseitigungsmöglichkeiten analysieren“, heißt es lediglich. Deshalb will das BBR keine detaillierten Aussagen zu den genauen Schäden, möglichen Mehrkosten, Eröffnungsterminen oder Verantwortlichkeiten machen. Der Großauftrag zur Sanierung und Mangelbeseitigung wurde bereits ausgeschrieben. Die Reparatur der rissigen Bodenplatte und Folgeschäden wird vermutlich mindestens bis 2017 dauern.

Der mit 190 Millionen Euro Baukosten vom Bundestag bewilligte Anbau an das bestehende Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (MELH) sollte bereits 2013 fertig sein. Baubeginn war vor fünf Jahren. Doch gleich am Anfang gab es Ärger, weil eine Baufirma gegen die Vergabe bei der Erstellung der Baugrube an der Luisenstraße 30 geklagt hatte. Ein strenger Winter sorgte für weiteren Verzug.

Der MELH-Erweiterungsbau ist der Abschluss sogenannten „Band des Bundes“. An einer Linie ziehen sich das Kanzleramt, das Paul-Löbe-Haus und das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus über die einstige Grenze und verbinden die jahrzehntelang geteilten Stadthälften. Der beiden Bundestagsgebäude mit Abgeordnetenbüros, Parlamentsbibliothek und Anhörungsaal hat der Architekt Stephan Braunfels entworfen. Im Erweiterungsbau mit der repräsentativen Vorfahrt an der Luisenstraße soll es weitere Abgeordnetenbüros, Besprechungsräume, eine Galerie und ein öffentlich zugängliches Bistro geben. Die bestehende Halle im Bestandsgebäude soll zu einer Versammlungsstätte umgebaut werden. Der Anbau bekommt einen neuen Konferenzsaal für 200 Personen. DJ
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