Berliner Firma kauft letzte Grundstücke am Checkpoint Charlie

Das westliche Grundstück, das jetzt verkauft wurde, wird derzeit hauptsächlich vom Künstler Yadegar Asisi genutzt, der hier sein Mauer-Panorama aufgebaut hat. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Die letzten Freiflächen am Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße sind jetzt erneut verkauft worden. Das berichtet der Wirtschaftsdienst Bloomberg, der sich auf mit dem Deal befasste Insider beruft.

Demnach soll der Berliner Immobilienentwickler Trockland Management GmbH die beiden insgesamt 9100 Quadratmeter großen Areale links und rechts der Friedrichstraße von der irischen National Asset Management Agency (NAMA) für rund 85 Millionen Euro gekauft haben. Die irische Firma Cannon Kirk hatte das Gelände 2007 erworben, war aber im Zuge der Finanzkrise in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die irische NAMA hatte die Schulden übernommen und nach einem neuen Käufer gesucht.

Laut Bloomberg plant Trockland am legendären Checkpoint an der Grenze zwischen Kreuzberg und Mitte Wohnhäuser mit Geschäften im Erdgeschoss und ein Hotel. Es gibt jedoch seit Jahren eine verbindliche Vorgabe des Landes Berlin für den privaten Eigentümer. Der muss in dem Neubau Platz für ein Museum des Kalten Krieges schaffen und an das Land Berlin vermieten. Auf der östlichen Brache hat der Senat 2012 bereits die "BlackBox Kalter Krieg" aufgestellt. In dem schwarzen Pavillon gibt es eine Multimediaausstellung, die einen Vorgeschmack auf das Kalte-Krieg-Museum geben soll. Die BlackBox ergänzt die 2006 um das leere Privatgrundstück aufgestellten Galeriewände zur Mauer- und Grenzgeschichte.

Das Land Berlin hatte das Grundstück am berühmten Grenzübergang Mitte der 90er-Jahre an einen Investor verkauft, der dort ein American-Business-Center bauen wollte. Der Investor ging aber pleite, die Iren übernahmen das Gelände vor acht Jahren. Schon vor 20 Jahren war mit dem Käufer vereinbart worden, in dem Neubau ein Museum des Kalten Krieges zu integrieren. Die Klausel ist nach wie vor bindend. Das geplante Museum ist wie die Gedenkstätte Bernauer Straße und die Stasiopfer-Gedenkstätte in Hohenschönhausen Teil des Mauer-Gedenkstättenkonzeptes des Senats.

Auf dem westlichen Grundstück stehen derzeit noch Buden und das Mauer-Panorama des Künstlers Yadegar Asisi. Das müsste dann alles weg. Einen Termin für einen möglichen Baustart konnten die Informanten Bloomberg nicht nennen.


Dirk Jericho / DJ
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