Bezirk kann Pflege von neuen Bäumen nicht finanzieren

Seltenes Grün in der Friedrichstraße: Das Pflanzenfenster an der Fassade der Galeries Lafayette. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Auf finanzielle Unterstützung des Bezirks brauchen die Geschäftsleute und Anwohner in der Friedrichstraße nicht zu hoffen. Die Bezirksverwaltung hat kein Geld für neues Grün in der Friedrichstraße.

Das hat das Bezirksamt jetzt in seinem Schlussbericht der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mitgeteilt. Die BVV hatte im Juni einen Grünen-Antrag beschlossen, Straßen wie die Friedrichstraße, in denen es keine Straßenbäume gibt, grüner zu machen. Weil Bäume wegen der vielen unterirdischen Leitungen und der U-Bahn unter der Friedrichstraße problematisch sind, sollte das Bezirksamt alternative Möglichkeiten wie Pflanzen- oder Baumkübel prüfen. Sträucher, moderne Pflanzkörbe für Bäume, vertikale Fassadenbegrünung wie zum Beispiel das auffällige Pflanzenfenster an der Galeries Lafayette - es gibt viele Möglichkeiten, eine Betonwüste grüner zu machen. Das Institut für Stadtgrün der Beuth-Hochschule hat im Auftrag der Interessengemeinschaft Friedrichstraße (IG) in einer Studie gezeigt, welche Konzepte für die Shoppingmeile machbar sind.

Wie der zuständige Stadtrat Carsten Spallek (CDU) sagte, steht das Straßen- und Grünflächenamt (SGA) im ständigen Kontakt mit der Beuth-Hochschule. "Das Problem ist nicht, Lösungen für alternative Pflanzkonzepte zu finden, sondern wie man die Grünanlagen langfristig erhalten kann", so Spallek. Denn sein SGA hat kein Geld, neues Grün zu pflegen. "Solange wir nicht in die Lage versetzt werden, unseren Aufgaben fachgerecht nachzukommen, wäre es unverantwortlich, noch weiteres Straßengrün im Bezirk zu schaffen", sagte der Stadtrat. Er sieht "mit Besorgnis die Unterversorgung einiger Ortsteile mit Straßenbäumen". Neue Projekte ohne zusätzliche Mittel würden die Pflege und Unterhaltung des vorhandenen Bestandes gefährden. Zudem seien die Bezirksgärtner meist schon älter und der Maschinen- und Fahrzeugbestand alles andere als neu, was "zu weiteren Arbeitsverlusten führt". Die Fremdvergabe an externe Pflegefirmen sei in der Regel 150 Prozent teurer, als wenn die Bezirksgärtner die Arbeit machen. "Das SGA kann diesen Missstand nicht kompensieren", so Spallek.

"Uns ist die Situation des Bezirks bewusst", sagt der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Friedrichstraße, Mateusz J. Hartwich. Beim Thema grüne Friedrichstraße bleibt er am Ball. "Wir werden gemeinsam mit den Anrainern konkrete Lösungen erarbeiten", so Hartwich.


Dirk Jericho / DJ
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