Bezirk überprüft die Statik aller 14 Containerbauten an Schulen

Mitte. Nach der Sperrung von drei im Amtsdeutsch "mobile Unterrichtsräume (MUR)" genannten Schulcontainern in Grundschulen in Steglitz-Zehlendorf prüfen die Hochbauämter jetzt alle Ergänzungsbauten.

In Mitte stehen diese modularen Bauten, mit denen man in kurzer Zeit die Kapazitäten an Schulen erhöhen kann, an 14 Standorten; zehn Containerbauten im Altbezirk Wedding, drei in Tiergarten und einer in Mitte. Einer der mobilen Neubauten wurde von der Firma Kesting errichtet, deren Häuser in Steglitz-Zehlendorf jetzt wegen Einsturzgefahr gesperrt sind. Das Unternehmen ist schon lange in Insolvenz gegangen. Bei dem gesperrten Zweigeschosser hatten Statiker Risse im Tragwerk festgestellt. Bei einer Brandschutzüberprüfung war auch aufgefallen, dass die befristete Baugenehmigung ausgelaufen war. Daraufhin wurde die detaillierte Untersuchung angeordnet. Wie Steglitz-Zehlendorfs Bildungsstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) mitteilte, müssen die MUR-Container nicht abgerissen werden. Es reiche, einen Balken einzuziehen.

Die MUR-Bauten in Mitte stehen seit mindestens 15 Jahren. Die Prüfstatiker haben nach den Problemen in Steglitz-Zehlendorf erst einmal alle Schulcontainer "in Augenschein genommen", wie Schuldstadträtin Sabine Smentek (SPD) sagt. "Bisher gibt es keine Probleme", so Smentek. Eine endgültige Beurteilung soll Anfang Mai vorliegen. Der von der Firma Kesting errichtete MUR-Container steht in der Kaiserin-Augusta-Allee 100 und wird nicht als Klassenzimmer, sondern vom Jugendamt für die Jugendfreizeiteinrichtung "Schlupfwinkel" genutzt. "Die Begehung hat ergeben, dass kurzfristige Maßnahmen nicht erforderlich sind", sagte Smentek.

Ob die mobilen Bauten eine befristete Nutzungsgenehmigung haben, weiß das bezirkliche Schulamt nicht. Wie Smentek sagte, wurden die Gebäude im Auftrag der Senatsbildungsverwaltung errichtet und zwischen 1998 und 2000 in das Fachvermögen der Bezirke übertragen. Unterlagen zu Genehmigungen gibt es nicht. Die Stadträtin betont, dass alle Containerbauten sicher sind. Sollten die Ingenieure Mängel entdecken, würden zunächst die Gebäude gesichert und gegebenenfalls gesperrt.


Dirk Jericho / DJ
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