Bezirksamt schaltet Internetforum für Bürgerbeteiligung frei

Die einstige Hinterlandmauer am Spreeufer hinter der Eisfabrik. Bewohner des Teepeeland-Camps haben Bilder an die Wand gehängt. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Der Bezirk Mitte plant eine öffentliche Uferzone entlang der Spree im Sanierungsgebiet der Nördlichen Luisenstadt. Die Vision ist ein durchgehender Spreeuferweg von Köpenick bis nach Spandau.

Jetzt werden die Weichen für den Bereich zwischen Inselbrücke und Schillingbrücke gestellt. Es gibt bereits einen Bebauungsplanentwurf "Holzufer" für das Gelände hinter der alten Eisfabrik. Der Historiker Eberhard Elfert fordert zum Beispiel, die zahlreichen Relikte der DDR-Grenzanlagen wie ein Wasserbunker für drei DDR-Grenzboote, Postenweg, Hinterlandsicherungszaun mit Stacheldraht, Beobachtungsposten für Grenzsoldaten, Treppenanlagen oder Lampen beim Bau des neuen Uferweges zu berücksichtigen und in ein Gedenkkonzept zu integrieren.

2013 wurde bereits eine Machbarkeitsstudie zum Spreeuferweg erarbeitet. Bevor jetzt konkrete Planungen entwickelt werden, können Bürger in einem mehrstufigen Verfahren ihre Nutzungs- und Gestaltungsvorschläge einbringen. Das Internetforum ist ein erster Schritt, um frühzeitig Ideen und Vorschläge zur Nutzung und Planung des Uferbereichs auszutauschen und zu diskutieren, wie Baustadtrat Carsten Spallek (CDU) sagt. Auf der Website http://forum.luisenstadt-mitte.de gibt es Informationen zum Gesamtprojekt. Unter "Forum" kann jeder eintragen, was er sich für Nutzungen am Spreeufer wünscht und wie er zu der Frage steht, ob Freizeit- und Sportbooten dort festmachen dürfen. Auch das Thema Erhalt der Mauerreste und anderer ehemaliger DDR-Grenzanlagen soll diskutiert werden. Das Forum als ein erster Schritt eines umfangreichen Beteiligungsverfahrens ist acht Wochen lang bis zum 9. Februar freigeschaltet. Das Forum ist eine Ergänzung zur offiziellen Internetseite des Förder- und Sanierungsgebiets Luisenstadt ( www.luisenstadt-mitte.de).

Auf dem Gelände hinter der Eisfabrik befindet sich auch das Teepeeland. 20 Aussteiger aus mehreren Nationen leben dort seit mittlerweile zweieinhalb Jahren in Zelten und Buden. Die "Spreeindianer" werden vom Bezirk geduldet. Ein Teil der Flächen gehört der TLG Immobilien AG, die Mitte Dezember ihr Grundstück eingezäunt hat.


Dirk Jericho / DJ
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