BVV fordert Denkmalschutz fürs Nikolaiviertel

Berlin: Nikolaiviertel |

Mitte. Die Bezirksverordneten wollen, dass das Nikolaiviertel von der Denkmalschutzbehörde als Flächendenkmal ausgewiesen wird.

Auch soll der Bezirk eine städtebauliche Erhaltungssatzung erarbeiten, die Veränderungen erschweren würde. Das hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) auf ihrer letzten Sitzung im Dezember beschlossen. Grund für den von der SPD eingebrachten Dringlichkeitsantrag „Das Nikolaiviertel in Berlins Mitte schützen“ sind Pläne der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM), die charakteristischen Arkadengänge zu schließen. Die WBM prüft derzeit Konzepte, wie man das Nikolaiviertel aufwerten und für Besucher und Touristen attraktiver machen kann. Eine Idee ist, die Passagen zu Ladenflächen umzubauen und so großflächige Schaufenster dichter an die Straßen zu ziehen.

Gegen die Pläne regt sich Widerstand von Gewerbetreibenden und Geschichtsvereinen. Annette Ahme, Vorsitzende des Vereins Berliner Historische Mitte e.V., fordert Denkmalschutz für das Nikolaiviertel. Eine entsprechende Online-Petition an Bausenator Andreas Geisel (SPD) haben bisher 80 Unterstützer unterzeichnet. Laut BVV-Beschluss soll das Bezirksamt vorerst alle Bauanträge zum Umbau der Arkaden zurückstellen.

Das Nikolaiviertel wurde 1987 zur 750-Jahr-Feier als DDR-Vorzeigeviertel auf altem Stadtgrundriss rekonstruiert. Historische Lokale wie "Am Nußbaum" oder "Zur Gerichtslaube" wurden nachgebaut. „Das Wohnviertel um die Nikolaikirche war der Ursprung Berlins. Dieses Faktum allein ist schon Anlass, ein bereits existentes, rekonstruiertes Wohn- und Arbeitsviertel in seinem an die Historie angelehnten Stil zu erhalten und nicht aus finanziellen Beweggründen Dritter bautechnisch zu verändern“, heißt es im BVV-Beschluss. Die Arkadengänge würden das Gesamtbild des Viertels charakterisieren. „Das Nikolaiviertel muss dringend aufgewertet werden“, sagte WBM-Sprecherin Steffi Pianka. Gemeinsam mit dem Bezirk arbeite die WBM an einem Konzept, um die Läden attraktiver zu machen. Die Idee, die Arkadengänge zu schließen, sei noch nicht vom Tisch. Sollte das Nikolaiviertel unter Denkmalschutz gestellt werden, würden andere Lösungen zur Verbesserung der jetzigen Situation gesucht. DJ
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