Die ersten Mitarbeiter beziehen die neue BND-Zentrale

Zwischen dem neuen Pankepark und der Chausseestraße entsteht die BND-Zentrale für 4000 Mitarbeiter. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Elf Jahre nach dem Beschluss der Bundesregierung, den Auslandsgeheimdienst BND von Bayern dicht ans Regierungszentrum in die Mitte Berlins zu verlegen, beziehen die ersten Agenten jetzt ihre Büros.

Vier Monate später als geplant ziehen zum 1. April die ersten 170 Mitarbeiter vom bayerischen Pullach in die bereits fertiggestellten Gebäude. Am 31. März wird intern die Übergabe der sogenannten Nordbebauung gefeiert. Die ersten BND-ler sind Personal der Logistik-Abteilung aus Pullach und arbeiten zukünftig im sogenannten Nordflügel. Hier sind die Technik- und Energiezentrale sowie das Parkhaus untergebracht.

Die neue BND-Zentrale wird seit knapp acht Jahren auf dem rund zehn Hektar großen Areal des früheren Stadions der Weltjugend an der Chausseestraße gebaut. Insgesamt werden in dem riesigen Bürokomplex einmal über 4000 Mitarbeiter Informationen über Krisengebiete, Terrorgefahren und sonstige Bedrohungen sammeln, auswerten und für Ministerien und die Entscheider im Kanzleramt aufarbeiten. 2000 Agenten sind schon lange in Berlin. Sie werden vom Gardeschützenweg in Lichterfelde nach Mitte ziehen. 2000 weitere Geheime müssen ihre Koffer im bayerischen Pullach packen. Der komplette Umzug soll 2016 abgeschlossen werden. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), das im Auftrag des Eigentümers, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die BND-Zentrale baut, will den Komplex Ende 2015 übergeben. Der Bundesnachrichtendienst wird das Gebäude von der BImA mieten. Wenn alles fertig ist, müssen rund 3300 Büros eingerichtet werden. Die Kosten für den Bau der Zentrale und den Umzug des Bundesnachrichtendienstes nach Berlin belaufen sich auf insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro. Allein der Bau hat 912,4 Millionen Euro gekostet. Am Anfang waren einmal 500 Millionen Euro kalkuliert worden. Die Megabaustelle war auch wegen Baupfusch, unter anderem an der Klimaanlage, in die Schlagzeilen geraten. In dem riesigen Gebäudekomplex mussten kilometerlange Lüftungsschächte wieder rausgerissen werden, da sie nicht nach den Hygienevorschriften verlegt wurden.

Das Gesamtkonzept für die Geheimdienstburg stammt vom Architekten Jan Kleihues. Er hat auch das riesige Hauptgebäude des Hochsicherheitstraktes mit den markanten zwei Torhäusern an der Chausseestraße gestaltet. Der Komplex ist mit 283 Metern so lang wie ein Flugzeugträger und nach dem Flughafen Tempelhof das zweitgrößte Gebäude Berlins. Die Häuser sind 150 Meter breit und 30 Meter hoch. Am südlichen Rand an der Habersaathstraße ist bereits die neue BND-Schule mit Internat fast fertig. Hier soll es auch ein Besucherzentrum als "Schaufenster" mit Ausstellungs- und Vortragssaal, Shop und Café geben. Im BND-Shop gibt es zum Beispiel Kochbücher und Unterwäsche mit der Aufschrift "top secret" sowie viele andere Merchandising-Artikel. Oben drüber werden in 110 Appartements die BND-Azubis oder Lehrgangsteilnehmer wohnen.


Dirk Jericho / DJ
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