In den Feuerlandhöfen werden 400 Wohnungen gebaut

Saniertes Fabrikgebäude (links) und Neubau mit Balkonen. Nach jahrelangem Verfall wird jetzt das Wohnquartier Feuerlandhöfe gebaut. (Foto: Fuchshuber Architekten)
Berlin: Feuerlandhöfe |

Mitte. Nach jahrzehntelangem Verfall wird die denkmalgeschützte Fabrikruine in der Chausseestraße 39-42 direkt gegenüber dem BND-Haupteingang saniert. Hier entsteht ein Nobelquartier mit über 400 Wohnungen.

Früher qualmten in der Chausseestraße die Fabrikschlote, weshalb die Leute den Kiez Feuerland nannten. Heute erinnert noch die marode Bromsilberfabrik, in der zu DDR-Zeiten der VEB Mikroelektronik-Secura-Werke Berlin Kopiergeräte zusammenschrauben ließ, an diese Industriezeit. Die TLG Immobilien, der das 14 000 Quadratmeter große Grundstück an der Chaussee-, Ecke Schwartzkopffstraße seit der Wende gehört, wollte hier Büros, Hotel und Läden bauen. Seit fünf Jahren liegt das angekündigte Projekt Feuerlandhöfe auf Eis.

Jetzt hat die TLG das Areal verkauft. Der internationale Aberdeen-Konzern investiert über 100 Millionen Euro. Die neuen Eigentümer haben den Namen Feuerlandhöfe übernommen. Entwickler und Bauträger sind die CG Gruppe und Kondor Wessels, die das Projekt gemeinsam im Auftrag von Aberdeen realisieren. Aberdeen hat das Wohnprojekt für einen Spezialimmobilienfonds im Auftrag eines Versorgungswerks erworben, das die Feuerlandhöfe als Kapitalanlage hält.

Das neue Wohnquartier wird nach den Plänen des Leipziger Büros Fuchshuber Architekten gebaut. Die meisten der insgesamt über 400 Wohnungen entstehen in Neubauten auf den Freiflächen an der Chausseestraße. In der denkmalgeschützten Industrieruine dürfen die Planer einen Querflügel abreißen, so dass statt zwei dunkler und kleiner Hinterhöfe ein großzügiger Gartenhof entstehen kann. Insgesamt bestehen die Feuerlandhöfe aus vier größeren und drei kleineren Höfen. In den Häusern an der Straßenseite sind auch Geschäfte und im ersten Stock Büros geplant. Wenn alles klappt, können die Mieter im Sommer 2016 einziehen. Allerdings nur solche, die sich Quadratmeterpreise von 12,50 bis 14,50 Euro nettokalt leisten können. Die Wohnungen sind zwischen 45 und 200 Quadratmeter groß. Durch Solarthermie und Regenwasserrückgewinnung würden die Energiekosten besonders niedrig sein, versprechen die Projektentwickler. Über Touch-Panels können die Mieter alles individuell einstellen und den aktuellen Energieverbrauch überwachen.

Die Wohnungen werden sicher schnellen Absatz finden. Direkt vor der Haustür wird seit 2006 die riesige Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) gebaut. 2016, wenn auch die Feuerlandhöfe fertig werden, ziehen die Geheimen in ihre Büros. In dem riesigen Bürokomplex werden einmal über 4000 Schlapphüte arbeiten. 2000 Agenten sind schon in Berlin. 2000 weitere müssen ihre Koffer im bayerischen Pullach packen und brauchen auf jeden Fall eine neue Wohnung. Weitere rund 450 Wohnungen entstehen derzeit im früheren Grenzgebiet am ehemaligen Übergang in der Chausseestraße. Auch auf der anderen Seite der BND-Zentrale entlang der Scharnhorststraße direkt hinter dem Pankepark gibt es etliche Neubauten mit Miet- oder Eigentumswohnungen und 39 Townhouses.


Dirk Jericho / DJ
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