Kaufland zieht ins frühere Shopping-Center Berlin Carré

Das frühere Berlin Carré ist geschlossen. Anfang 2016 eröffnet hier die Markthalle Alexanderplatz mit Kaufland als Hauptmieter. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Die frühere Markthalle in der Karl-Liebknecht-Straße 18 am Fuße des Fernsehturms soll wieder Markthalle heißen. Die Lebensmittelkette Kaufland zieht in das umgebaute Gebäude.

Vom Shopping-Center zum klassischen Nahversorgungszentrum: Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) baut seit über einem Jahr das Berlin Carré komplett um. Das Konzept eines Shoppingcenters hatte in den vergangenen Jahren nicht mehr funktioniert. Immer weniger Kunden schlenderten durch die vielen kleinen Läden unter der markanten Glasdachkonstruktion. Zuletzt hatte die WBM die Pavillons zur Zwischennutzung an Künstler vergeben. Jetzt wird die Zentralmarkthalle, wie die an dieser Stelle 1886 eröffnete Halle hieß, wieder zu einer Markthalle. Der Name Berlin Carré, der seit 1992 am Eingang prangte, ist abgeschraubt - und kommt auch nicht mehr ran. "Markthalle Alexanderplatz" soll das zweigeschossige Bauwerk unter dem Plattenbauriegel heißen, wie WBM-Sprecherin Steffi Pianka verrät.

Der Discounter Kaufland mietet fast alle Flächen im Erd- und Obergeschoss. Um Platz zu schaffen, wird eine Decke in das offene zweigeschossige Gebäude eingezogen und somit der Lichthof geschlossen. Umfragen unter den Anwohnern hätten ergeben, dass sich die Leute Angebote zur Nahversorgung wünschen. Im direkten Umfeld von 800 Metern hat allein die WBM rund 4000 Wohnungen. Deshalb hat sich das Unternehmen für Kaufland als Hauptmieter entschieden. Die Leute bekommen hier fast alles für den täglichen Bedarf - wie in einer klassischen Markthalle, nur eben nicht wie ganz früher bei verschiedenen Händlerständen. Auch die Ackerhalle in der Ackerstraße ist heute ein großer Supermarkt unter historischem Dach.

Kaufland wird 4000 Quadratmeter beziehen. Vor allem an der Straßenfront Karl-Liebknecht-Straße sollen weitere 1800 Quadratmeter Flächen im Erd- und Obergeschoss an Läden vermietet werden. Verträge sind bisher nicht abgeschlossen, aber die Läden an der Laufzone sind für Touristenshops, Boutiquen und Imbisse interessant. Als einzige Bestandsmieter durften das Brauhaus und McDonald’s bleiben. Sie haben auch während der Bauarbeiten geöffnet.

Im hinteren Teil des einstigen Berlin Carrés können demnächst Autos parken. Um die vorgeschriebenen 95 Parkplätze an der Rochstraße zu schaffen, wird ein Bereich im Erdgeschoss, in dem bis vor Kurzem Kaiser’s war, zur Parkgarage umgebaut.

Der Arkadengang am Eingang wird zugebaut, um Platz für Läden zu schaffen. Der Umbau des Berlin Carrés zur Kaufland-Markthalle ist der Abschluss der großen Ladenoffensive rund um den Häuserblock. In den vergangenen zwei Jahren wurden schon die Passagen entlang der Karl-Liebknecht-Straße und Spandauer Straße aufgepeppt. Auch hier wurden die Arkadengänge davor geschlossen und die Schaufensterfront um drei bis vier Meter vorgezogen, damit die Läden größer werden.


Dirk Jericho / DJ
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