Neuer Eigentümer Biotronik beginnt mit Sanierung

Das Alte Postfuhramt wird saniert und ausgebaut. Der Gebäudekomplex beherbergt künftig den Sitz der Medizintechnikfirma Biotronik. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Das Kaiserliche Postfuhramt in der Oranienburger Straße ist eingerüstet. Das imposante Gebäude wird zur Firmenrepräsentanz des Medizintechnikherstellers Biotronik ausgebaut.

Die renommierte Fotogalerie C/O Berlin, die sieben Jahre lang das Alte Postfuhramt bespielt hat, ist seit fast einem Jahr raus. Seit kurzem ist das leergeräumte Gebäude eingerüstet, erste Fassadenarbeiten beginnen. Wie Tanja Lier, Leiterin der bezirklichen Bauaufsicht, bestätigt, hat der neue Eigentümer Ende September einen Bauantrag für Umbau und Erweiterung sowie denkmalpflegerische Sanierung des Gebäudes gestellt. Der Antrag ist laut Lier in Bearbeitung: Bis zur Baugenehmigung können noch ein paar Monate vergehen.

Der neue Eigentümer Biotronik mit Sitz in Neukölln will im Postfuhramt seine Konzernrepräsentanz eröffnen. Der Medizintechnikhersteller entwickelt Technologien für Herzpatienten. Firmengründer Max Schaldach hat 1963 den ersten deutschen Herzschrittmacher auf den Markt gebracht.

Im Postfuhramt sollen zukünftig Vorträge, Schulungen und Ausstellungen stattfinden. Biotronik-Mitarbeiter beziehen hier auch neue Büros. Der kaiserliche Hörsaal im ersten Obergeschoss des Tucholskyflügels soll zum zentralen Vortragssaal für 400 Personen umgebaut werden. Dazu sind weitere kleine Schulungsräume geplant. Das Erdgeschoss soll für Ausstellungen, Produktpräsentationen oder Firmenevents genutzt werden. Die betriebseigene Cafeteria wird nicht öffentlich zugänglich sein. Details, vor allem zur geplanten Erweiterung des Hauses, waren nicht zu erfahren. Biotronik äußert sich nicht zu seinen Plänen. Der jetzige Bauantrag betrifft jedoch ausschließlich den historischen Altbau. Mögliche Neubauten im Hof sind nicht Teil des Antrags. Der israelische Investor Elad, der das Postfuhramt 2012 an Biotronik weiterverkauft hatte, wollte im Hof zwei Neubauten für Hotel und Wohnungen sowie eine Tiefgarage errichten. Vor allem gegen die Innenhofbebauung und den Abriss der historischen Garagen hatte es Proteste der Initiative "Rette lebenswerte Mitte" gegeben. Die Internetseite ist jedoch nicht mehr aktiv. Es gibt nur noch eine Startseite mit dem Foto des Postfuhramtes und einem Schriftzug schräg darüber, auf dem in rot "Die angekündigte Zerstörung von Mitte" steht.


Dirk Jericho / DJ
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