Opposition will Ursachen für die Kostenexplosion aufdecken

Berlin. Wird die Staatsoper der nächste BER - eine teure Dauerbaustelle, deren Fertigstellung sich immer weiter verschiebt? Die Opposition im Abgeordnetenhaus will nun einen Untersuchungsausschuss.

2013 sollte die Staatsoper wiedereröffnen, nun wird es 2017. Die Baukosten sind von einst veranschlagten 240 Millionen auf 389 Millionen Euro gestiegen. Als Gründe nannte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher im Dezember unter anderem, dass die Bausubstanz maroder sei als gedacht und der Baugrund aufgrund des hohen Wasserspiegels schwierig sei. Das wollen Grüne, Linke und Piraten nicht gelten lassen. Sie fordern einen Untersuchungsausschuss, der zeigen soll, warum Berlin aus der Landeskasse voraussichtlich fast 200 Millionen Euro bezahlen soll. Der Bund hatte für die Sanierung nur 200 Millionen Euro zugesagt.

"Dass der Baugrund schwierig ist, war schon vor Baubeginn klar. Eine bessere Vorbereitung mit mehr Probebohrungen hätte hier voraussichtlich einen Aufschub und Mehrkosten verhindern können", sagt Andreas Otto, der baupolitische Sprecher der Grünen. Er ist Mitglied des Untersuchungsausschusses am BER und sieht durchaus Parallelen zur Staatsoper - wenn auch in anderen finanziellen Dimensionen. Auf die Frage, ob bei der Staatsoper ein ähnliches Fiasko droht, kann er allerdings nur sagen, dass man die Entwicklung abwarten müsse. "Eine weitere Rufschädigung für Berlin ist es allemal", sagt Otto, der bei den beiden Projekten ähnliche "Symptome" in der Fehlplanung sieht. "Es wird überstürzt und ohne gute Vorbereitung begonnen, dann haben die Beteiligten zwischenzeitlich immer wieder neue Ideen und werfen bestehende Pläne durcheinander und schließlich gibt es keine Instanz, die frühzeitig die Neuerungen mit Blick auf das vorhandene Budget stoppt", so Andreas Otto.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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