Pläne für Plattenbauruine: Abriss oder Anbau: Bezirk aktiviert Schulstandort in der Adalbertstraße

Das Schulamt möchte die marode Schule an der Adalbertstraße sanieren und durch Anbautendie Kapazität verdoppeln oder einen kompletten Neubau errichten. (Foto: Dirk Jericho)
 
Die Wellblech-Tonne kommt weg; an gleicher Stelle wird eine moderne Sporthalle gebaut. Foto: Dirk Jericho (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Schulstandort Adalbertstraße |

Mitte. Das Bezirksamt will die seit mehr als zehn Jahren leerstehende Plattenbauschule an der Adalbertstraße 53 zur Grundschule machen. Derzeit wird geprüft, ob der marode Plattenbau abgerissen und einem Neubau weichen oder saniert und erweitert werden soll.

Immer mehr neue Häuser, immer mehr Wohnungen, immer mehr Kinder: Wegen steigender Einwohnerzahlen reichen die Schulplätze überall nicht aus. Mit mobilen Ergänzungsbauten versucht das Schulamt, den Bedarf zu decken, aber auch die Aktivierung ehemaliger Schulen, die einst wegen Kindermangel geschlossen wurden, ist Teil der Raumoffensive. Nach jahrelangen Diskussionen um die Zukunft des Plattenbaus an der Adalbertstraße – das Gebäude sollte auch als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden, der Bezirk wollte aber keinen langfristigen Nutzungsvertrag abschließen – hat das Bezirksamt jetzt beschlossen, dort eine vierzügige Grundschule und eine neue Doppelsporthalle zu errichten. Der Standort wird dringend benötigt, weil die in der Grundschulplanungsregion Heinrich-Heine-Viertel vorhandene City-Grundschule an der Sebastianstraße 57 schon jetzt überbelegt ist. Sie kann maximal 375 Kinder aufnehmen; nach den Prognosen werden in dem Gebiet aber bereits zum Schuljahr 2020/21 exakt 548 Schulplätze benötigt (zum Schuljahr 2028/29 755 Plätze).

Wie Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU) sagt, soll jetzt geklärt werden, ob ein kompletter Abriss der Plattenbauschule und ein Schulneubau günstiger sind als die bisher geplante Sanierung der früheren 13. Polytechnischen Oberschule (POS), wie sie zu DDR-Zeiten hieß. Das Bezirksamt hatte bisher die Planungsvariante mit Anbauten an das Bestandsgebäude favorisiert, um die Kapazität zu verdoppeln.

Fest steht, dass die stark sanierungsbedürftige alte DDR-Wellblech-Turnhalle wegkommt. Die „Tonne“ mit dem halbrunden Dach wird abgerissen und an gleicher Stelle eine Doppelsporthalle mit einer Größe von zwei mal 27 mal 45 Metern gebaut.

Für das Gesamtprojekt schätzt der Bezirk die Kosten auf 30 Millionen Euro. Einen konkreten Baubeginn kann Spallek nicht nennen, da die „Finanzierung noch nicht gesichert ist“. Unklar sei auch, ob der Senat „seine Zusage einlöst, Schulneubauten ab einen Volumen über zehn Millionen Euro umzusetzen“, so Spallek. Der Bezirk hofft, dass die Schule schneller fertig wird, wenn die Senatsverwaltung Bauherr ist.

Bei den Plänen zur Aktivierung der Plattenbauschule an der Adalbertstraße hatte es im vergangenen Jahr massive Proteste des benachbarten Tennisclubs Mitte Albert Gutzmann (TCM) gegeben. Im Rahmen des sogenannten Melchiorblock-Konzeptes gab es Überlegungen, für eine Durchwegung zwischen Köpenicker Straße und Melchiorstraße die Tennishalle vom TCM abzureißen. Die damalige Schul- und Sportstadträtin Sabine Smentek (SPD) hatte dem Tennisverein angeboten, die neue Schulsporthalle mitzunutzen. Der Tennisclub sollte auch drei Spielfelder auf dem Dach der neuen Sporthalle bekommen, weil die bisherigen Tennisplätze als Schulhoffläche benötigt werden. Wie es scheint, sind diese Pläne ersteinmal vom Tisch. „Die Tennishalle bleibt bis auf weiteres stehen, mindestens für die Dauer des gültigen Nutzungsvertrages“, so Sportstadtrat Carsten Spallek. DJ
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