Roßstraßenbrücke soll 2017 saniert werden

Die Roßstraßenbrücke soll 2017 saniert werden. Derzeit bauen die Wasserbetriebe an ihren Leitungen unter dem Spreearm. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Die Roßstraßenbrücke, die von der Neuen Roßstraße den Spreekanal zur Fischerinsel überquert, ist derzeit halbseitig gesperrt. Die Wasserbetriebe sanieren ihre Düker-Schächte. 2017 muss die Brücke komplett gesperrt werden.

Autos müssen vor der Roßstraßenbrücke an einer Baustellenampel halten, weil die Brücke halbseitig gesperrt ist. Die Wasserbetriebe setzen zurzeit die beiden Schachtbauwerke des Dükers, die unmittelbar neben den Widerlagern der Roßstraßenbrücke liegen, instand. Ein Düker ist eine Druckleitung zur Unterquerung einer Straße, eines Tunnels oder eines Flusses. Die Arbeiten an dem Wasserrohr sollen noch bis August 2016 dauern, wie Petra Rohland von der Senatsbauverwaltung sagt. Danach soll die komplette Brücke gesperrt und saniert werden. Wie Rohland sagte, haben Ingenieure bei der letzten Hauptprüfung Längsrisse im Gewölbemauerwerk festgestellt. "Deshalb soll der Bogen durch eine Lastverteilungsplatte direkt über dem Sandsteingewölbe verstärkt werden", so Petra Rohland. Im Zuge der Brückenreparatur werden auch die Fahrbahn und Gehwege auf der Brücke sowie jeweils zehn Meter vor und hinter der Brücke komplett erneut. Die Brüstungen werden zurückgebaut, instandgesetzt und neu verankert.

Wenn die Wasserbetriebe 2016 fertig sind, wird eine provisorische Leitungsbrücke parallel zur Roßstraßenbrücke auf der östlichen Seite gebaut. Darüber werden alle Leitungen wie zum Beispiel Strom- oder Telefonkabel geführt, damit die Brücke saniert werden kann. Für die Arbeiten muss die Roßstraßenbrücke komplett gesperrt werden. Die wichtige Nord-Süd-Verbindung über die Fischerinsel bleibt voraussichtlich bis zu zwei Jahren gesperrt.

Die heutige Roßstraßenbrücke ist von 1899 bis 1901 als Ziegelgewölbebrücke errichtet worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk schwer beschädigt und vereinfacht wieder aufgebaut. Die Brücke steht unter Denkmalschutz. Auf der Brücke erinnert seit 1998 eine Gedenktafel an die blutigen Kämpfe während der Märzrevolution von 1848. Darauf steht: "Für demokratische Tradition und revolutionären Geist. 1848 Märzrevolution 1998. Hier versperrte am 18. März eine Barrikade den angreifenden Truppen das Überqueren der Rossbrücke. In unmittelbarer Nähe wurde der Student Herrmann von Holzendorf als Gefangener von Soldaten umgebracht."


Dirk Jericho / DJ
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