Straße im neuen Viertel am Mauerpark soll nach Bärbel Bohley benannt werden

Gesundbrunnen. Die 2010 verstorbene Malerin und DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley soll mit einem Straßennamen im zukünftigen Wohngebiet nördlich der Gleimbrücke am Mauerpark geehrt werden.

Den Vorschlag hatte der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, 2014 an Bürgermeister Christian Hanke (SPD) geschickt. Der unterstützt das Vorhaben „von Anfang an“ und findet ihn „sehr gut“. Der östliche Straßenbogen um das umstrittene Wohngebiet der Groth-Gruppe soll nach Fertigstellung Bärbel-Bohley-Ring heißen. Für Hanke stellt der Ort im früheren Grenzgebiet am Mauerpark „einen guten Kontext zu einer wichtigen Bürgerrechtlerin der friedlichen Revolution in der DDR her“. Die AG Geschichte im BVV-Kulturausschuss hat dem Vorschlag in ihrer Sitzung am 27. Januar zugestimmt. Wie die Vorsitzende der AG-Geschichte, Vera Morgenstern (SPD), danach ihrem Parteifreund und Bürgermeister Hanke per Mail mitteilte, „wurde der von Ihnen befürwortend an uns weitergeleitete Benennungsvorschlag zu Ehren von Bärbel Bohley von der AG-Geschichte als Empfehlung zur Beschlussfassung in der nächstmöglichen Sitzung der BVV beschlossen“. Die E-Mail ging auch in Kopie an den Initiator Hubertus Knabe. Sein Sprecher André Kockisch verschickte daraufhin eine Presseinformation mit dem Titel „Bezirk Mitte plant Bärbel-Bohley-Straße“.

"Beschlossen ist nichts"

Auf Nachfrage der Berliner Woche zeigte sich Morgenstern allerdings überrascht über die Meldung: „Der BVV Mitte ist zu diesem Zeitpunkt nicht mal das Thema bekannt“, sagte die AG-Vorsitzende. Die Angelegenheit sei lediglich „Beratungsgegenstand in der AG Geschichte“, einem Unterausschuss des BVV-Kulturausschusses, gewesen. Beschlossen sei nichts, die Presseinfo der Gedenkstätte falsch. „Fehlveröffentlichungen in der Sache würden Menschen in ihren Zuständigkeiten verletzten und das Anliegen mindestens belasten“, so Morgenstern. André Kockisch zeigte sich verwundert über diese Reaktion.

Bärbel Bohley war Mitbegründerin der Bürgerrechtsbewegung Neues Forum in der DDR. Ihre Atelierwohnung am Teutoburger Platz war zu Wendezeiten Zentrale der DDR-Oppositionellen. Die Malerin wurde in der DDR verfolgt und verhaftet und saß auch im Stasiknast Hohenschönhausen ein. DJ
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