Tunnelmaschine für U5-Bau jetzt bereit für die Querung des Spreekanals

Mitte. Nach vier Monaten Stillstand hat die sogenannte Tunnelvortriebsmaschine (TVM) "Bärlinde" wieder Fahrt aufgenommen.

Das 700 Tonnen schwere Stahlmonster, das die U-Bahnröhren der U5-Verlängerung verlegt, musste im November an der Museumsinsel stehen bleiben, weil mehr Wasser als erwartet in die Baustelle eingedrungen war. Bisher hat der Hightech-Maulwurf seit seinem Start im Marx-Engels-Forum vergangenen Sommer die Spree und das Humboldtforum unterfahren und bislang 427 Meter Tunnel gebaut. Seit vier Monaten wartet Bärlinde in einer gesicherten Parkposition unmittelbar vor der künftigen Baugrube Museumsinsel-Ost .

Die Fachleute mussten vor der Weiterfahrt einen sogenannten Aussteifungsrost in der Baugrube Museumsinsel des zukünftigen U-Bahnhofs bauen. Er soll die Stabilität der Baugrube für den späteren Aushub gewährleisten. Vor der jetzt bevorstehenden Unterfahrung des Spreekanals auf einer Länge von 42 Metern musste das Flussbett von Tauchern mit sogenannte Big Packs - große mit Sand gefüllte Säcke - ballastiert werden, wie die Experten das nennen. Das ist notwendig, weil der Abstand des Flussbettes zur Oberkante der künftigen Tunnelröhre nur rund sechs Meter beträgt. Die Tunnelmaschine braucht ausreichend Gewicht über sich. Anderenfalls kann durch den Anpressdruck der Maschine die Sohle des Spreekanals angehoben werden. Die schweren Sandsäcke verhindern das jetzt. Nachdem die TVM den Spreekanal unterfahren hat, wird es wahrscheinlich innerhalb der Baugrube Museumsinsel West einen weiteren Stopp geben. Beim Systemcheck des bemannten Riesenmaulwurfs müssen das gigantische Schneidrad kontrolliert und gegebenenfalls Schälmesser und Steinbrecher gewechselt werden.

Ab 2019 fährt die U5 vom Osten umsteigefrei ins Regierungsviertel und zum Hauptbahnhof. Dann soll der Lückenschluss zwischen Alex und Brandenburger Tor sowie der Bau der drei neuen Bahnhöfe Berliner Rathaus, Museumsinsel und Unter den Linden fertig sein. Die Tunnelbohrmaschine frisst sich für die zwei U-Bahnröhren zwei Mal vom Marx-Engels-Forum bis zum Brandenburger Tor durch den Untergrund.


Dirk Jericho / DJ
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