Auf dem Dach des Alexanderhauses summen jetzt vier Bienenvölker

Veranstaltungskoch Olivier Drieux freut sich über die erste Honigernte für seine Küche. Die Gläschen werden auch an Kunden verschenkt. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Alexanderhaus |

Mitte. Die Berliner Sparkasse unterstützt die von der Stiftung für Mensch und Umwelt geschaffene Initiative „Berlin summt!“ und hat jetzt auch Bienenstöcke auf dem Dach.

Olivier Drieux freut sich über die erste Ernte. Honig-Krokant-Parfait will der Veranstaltungskoch der Berliner Sparkasse seinen Gästen machen, oder später, wenn es kälter wird, Entenbrust mit Ingwer-Balsamico-Sauce und Honig. Den Honig bekommt der Chefkoch direkt von seinem Dach. Imkerin Johanna Jäger hat im Juni auf dem Alexanderhaus vier Bienenkisten aufgestellt.

Die Idee, Bienenvölker auf dem Dach des denkmalgeschützten Alexanderhauses anzusiedeln, hatte Olivier Drieux. Er kennt die Initiative „Berlin summt!“, die seit fünf Jahren „Bienen-PR“ macht, wie Initiatorin Corinna Hölzer sagt. Auf mittlerweile 17 prominenten Standorten wohnen Bienenvölker, wie zum Beispiel auf dem Berliner Dom, auf dem Abgeordnetenhaus, dem Haus der Kulturen der Welt oder auf dem Deutschen Technikmuseum. Die Initiative will „viele gesellschaftliche Gruppen für Bienen begeistern“, sagt Hölzer.

Es geht um den Erhalt der biologischen Vielfalt. „Berlin summt!“ will mit den prominenten Standorten auf die Bedeutung der Bienen aufmerksam machen und um Nachwuchsimker werben. Die Zahl der Berufsimker ist rückläufig, zugleich setzen Parasiten, Krankheiten, Pestizide und mangelndes Nahrungsangebot aufgrund von Monokulturen den Honigbienen zu. Auch die Wildbienen sind auf dem Rückzug, viele Arten stehen auf der Roten Liste. Mit der Initiative „Berlin summt!“ sollen blütenreiche Lebensräume mit geeigneten Nistmöglichkeiten auch in der Großstadt geschützt und ausgeweitet werden.

Johanna Jäger von der Imkerei Fließgold in Hermsdorf ist erstaunt, wie schnell ihre Alex-Bienen die Waben voll gemacht haben. Wenn ihre 200.000 Bienen vom Alexanderplatz starten, finden sie genug Nektar und Pollen in der Umgebung. Ein „kunterbuntes Blüten-Buffet“, so Jäger, wartet auf die Honigbienen zum Beispiel im Volkspark Friedrichshain, im Monbijoupark, im Volkspark am Weinberg oder im Tiergarten. Dort sammeln die Bienen bevorzugt an Ahorn, Linden, Robinien und dem Götterbaum. Aber es gibt auch duftendende Blumen im Straßenland und jede Menge bepflanzte Balkonkästen für die Sammler.

Die Idee mit den Bienen auf dem Dach der Sparkassen-Zentrale sei bei den Mitarbeitern gut angekommen, sagt Sparkassen-Sprecherin Katja Holzer. In Zusammenarbeit mit der Stiftung für Mensch und Umwelt sind Führungen auf dem Dach geplant. Um über die Bedeutung der Bienen für die Stadtnatur zu informieren, will Holzer Vorträge organisieren.DJ
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