Kulissenbauer erschaffen neue Welten

Kulissenbauer wie Robert Krüger vom Filmstudio Babelsberg erschaffen mit Materialien wie Papier, Gips und Farbe Fantasiewelten. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert)

Für den Film "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino hat Robert Krüger noch bei Minustemperaturen an der Fassade des Kinos gemalt. Mit Materialien wie Styropor, Holz, Gips und Pigmentfarbe die Wirklichkeit abzubilden, ist oft Knochenarbeit.

Eitel dürfen sie dabei nicht sein: "Am Ende fliegt die ganze Arbeit auch noch in die Luft", erinnert sich Krüger. Robert Krüger ist Kulissenbauer und Leiter der Abteilung Oberfläche im Art Department des Filmstudios Babelsberg. Gerade arbeitet er an einem Dinobot für die Europapremiere des Films "Transformers: Ära des Untergangs". Das Maul mit den langen Reißzähnen ist weit aufgerissen. Die Lider schließen sich über den riesigen Pupillen. Fleisch und Knochen ersetzen Bleche und Schrauben - und Rost. "Wenn schon Rost, dann sollte es mit einer gewissen Haptik unterstützt werden", sagt Robert Krüger.

Trotz des Einsatzes von Computern und 3D-Technologie: "Im Grunde ist unser Beruf immer noch sehr traditionell", erzählt Krüger. An der Malweise habe sich nichts verändert: Pigment, Kreide und Kohle. Kommt ein Großauftrag herein, kann Krügers Team auf 40 Personen anwachsen. Meist sind es Freiberufler mit unterschiedlichen Spezialisierungen, die dann beauftragt werden. Krüger selber hat Kunstmaler gelernt. Auch Stuckateure oder studierte Maler und Bildhauer sind gefragt. "Allerdings kann auch allein eine herausragende Begabung den Zugang zum Beruf ermöglichen", erklärt Jürgen Wursthorn, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit.

Die Berufsperspektiven sind je nach Region unterschiedlich. "Wo Medien, Kunst und Kultur stark verbreitet sind, sind auch die Chancen für diese Berufe höher", erklärt Wursthorn. Gut sind die Aussichten zum Beispiel in Berlin, Hamburg oder Köln. Das monatliche Einkommen kann bei Einsteigern bei 2000 Euro brutto - aber auch darunter - liegen.

Entscheidend sei, kreativ zu sein, erklärt Simone Linhof, Produzentin bei Stage Entertainment in Hamburg. Wer sich für den Beruf entscheidet, sollte Emotionen vermitteln können. "Sie schaffen schließlich die Grundlage für die Regie."

Bei Krüger in Babelsberg müssen die Kandidaten keine bestimmte Ausbildung vorweisen können. Wichtig ist, dass sie neugierig sind und ein großes Vorstellungsvermögen haben. Sie müssen auch in einem einfachen Stück Holz einen Dinobot sehen können.


dpa-Magazin / mag
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