Motivationskiller sicher entlarven

Manchmal lässt sich schon mit kleinen Veränderungen die Motivation im Job erhöhen. (Foto: Monique Wüstenhagen)

Morgens fällt das Aufstehen schwer, und nach einer Stunde im Job schaut man schon das erste Mal auf die Uhr: So schleppt sich mancher Arbeitnehmer durch den Arbeitsalltag. Statt gerne zu arbeiten, hat sich der Frust aufgestaut. Dann wird es Zeit, die Motivationskiller zu entlarven - und sich den Joballtag zu versüßen.

  • Falsche Erwartungen: "Oft steckt die Unzufriedenheit in uns selbst, weil wir alles vom Job erwarten, gute Bezahlung, nette Kollegen, interessante Aufgaben", zählt Juliane Dreisbach, Psychologin und Coach auf. Sie rät zu einem Soll-Ist-Vergleich: Was soll mein Job leisten, was kann ich erwarten, und was habe ich tatsächlich? Oft komme dabei heraus, dass eine Menge sehr gut läuft.
  • Mangelnde Anerkennung: Nicht gemeckert ist genug gelobt - nach diesem Grundsatz handeln immer noch viele Führungskräfte. Das schlaucht. Doch Anerkennung vom Arbeitgeber lasse sich nicht einfordern, sagt der Hamburger Diplom-Psychologe Tom Diesbrock. Statt dem Lob vom Chef hinterherzulaufen, ist es häufig nachhaltiger und zufriedenstellender, selbst die eigenen Leistungen anzuerkennen. Der Psychologe und Motivationstrainer Rolf Schmiel aus Essen rät zu einem Kunstgriff, wenn ein Projekt gut gelaufen ist, das Lob vom Chef aber ausbleibt. "Man kann sich die eigenen Erfolge vor Augen führen, indem man nach einem erfolgreichen Projekt ein Foto mit den Partnern macht."
  • Unordentlicher Schreibtisch: Es mag Menschen geben, die das Chaos brauchen, um zu Hochtouren aufzulaufen. Sie sind aber die Ausnahme. In der Regel lenkt ein zu voller Arbeitsplatz ab. "Unerledigte Arbeit auf dem Schreibtisch in Form einer überquellenden Ablage versetzt uns in Stress", sagt Diesbrock. Beschäftigte sollten deshalb versuchen, auf ihrem Arbeitstisch Ordnung zu halten. Dafür können sie sich etwa einen festen Termin in der Woche vornehmen, an dem sie ihn aufräumen.
  • Zu viele Projekte: "Multitasking ist ein Mythos", sagt Psychologe Diesbrock. Kein Mensch könne mehrere Projekte gleichzeitig erledigen. Daher sei eine klare Ziel- und Prioritätensetzung wichtig. "Dazu gehört auch der Mut, dem Chef zu sagen, dass man das neue Projekt nicht annehmen kann, wenn das alte noch nicht abgeschlossen ist", sagt Psychologe Schmiel.
  • Fehlende Energie: "Viele Mitarbeiter wollen alles geben, sind aber irgendwann psychisch und physisch gar nicht mehr dazu in der Lage", warnt Psychologe Schmiel. Wichtig ist deshalb, die eigenen Akkus regelmäßig aufzuladen. Nur dann können Mitarbeiter sich überhaupt motivieren.

dpa-Magazin / mag
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